Direkt zum Inhaltsbereich

Gut zu Fuß - schneller aus der Klinik

Wie gut ein alter Mensch zu Fuß ist, sagt viel über die Prognose - und das sogar schon dann, wenn er in die Klinik kommt.

Veröffentlicht:

GALVESTON (BS). Wie lange muss ein akut kranker alter Mensch im Krankenhaus bleiben? Kann er danach wieder nach Hause entlassen werden? Abschätzen lässt sich das über die Geschwindigkeit, mit der er eine kurze Strecke zu Fuß bewältigt.

Dass das Gehtempo alter Menschen Rückschlüsse auf ihre Prognose erlaubt, belegen mehrere Studien. Viele beschränkten sich aber auf selbstständig lebende und medizinisch stabile Senioren.

Einer aktuellen Studie zufolge liefert ein Gehtest auch bei akut kranken Personen Informationen zur Prognose (Arch Intern Med 2012; 172(4): 353-358).

Die Patienten waren wegen kardiovaskulären, respiratorischen oder gastroenterologischen Erkrankungen in eine geriatrische Akutklinik eingewiesen worden.

Innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme sollten sie bei einem Gehtest aus dem Stand 2,4 Meter in ihrem üblichen Tempo zurücklegen.

Die 322 Patienten zwischen 65 und 85 Jahren hatten meist mehrere Begleiterkrankungen, aber keine Demenz. Im Mittel wurden sie 4,1 Tage stationär behandelt.

Rat zum Gehtest in der Geriatrie

Nur knapp zwei Drittel schafften den Weg mit einer mittleren Geschwindigkeit von 0,53 m/s. Nach Abgleich von Alter, Geschlecht und Alltagskompetenz korrelierte ihr Tempo mit der Dauer ihres Klinikaufenthaltes.

Patienten, die die Strecke nicht oder mit weniger als 0,4 m/s schafften, wurden 1,9 und 1,4 Tage später entlassen als Patienten mit einem Tempo von mindestens 0,6 m/s. Sie hatten auch schlechtere Chancen, nach der Entlassung in ihr Zuhause zurückzukehren.

In beiden Punkten waren die Ergebnisse des Gehtests aussagekräftiger als die selbst berichteten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten.

Die Autoren um Dr. Glenn V. Ostir aus Galveston in Texas raten bei der Klinikaufnahme geriatrischer Patienten zu einem Gehtest. Er sei sicher, keine übermäßige Belastung und könne das subjektive Urteil der Patienten durch objektive Daten ergänzen.

Ein Tempo unter 0,4 m/s bewerten die Ärzte als Indikator für einen schlechteren funktionellen Zustand und eine langsamere Regeneration.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Gastbeitrag

Bedenken gegenüber Digitalen Gesundheitsanwendungen anscheinend berechtigt

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht