Montag, 20. Mai 2013
Ärzte Zeitung online, 04.08.2012

Kollagenosen

Sklerodermie selten ohne Raynaud

Liegt kein Raynaud-Phänomen vor, ist die Diagnose Sklerodermie zu hinterfragen.

Sklerodermie selten ohne Raynaud

Nagelfalzkapillaren untersuchen bei Raynaud.

© Actelion

MÜNCHEN (rb). Ein Raynaud-Phänomen kann der limitierten Form der systemischen Sklerodermie Jahre und sogar Jahrzehnte vorausgehen.

Darauf hat Professor Thomas Krieg aus Köln bei der 23. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München hingewiesen.

Bei Raynaud-Patienten sollte man unbedingt die Nagelfalzkapillaren untersuchen, so Krieg. Liege eine Sklerodermie zugrunde, seien dort typischerweise Megakapillaren und avaskuläre Felder, häufig auch Kapillarblutungen zu sehen.

Laborchemisch rät Krieg, nach zirkulierenden Antikörpern zu suchen, um den Verdacht zu erhärten. Bei limitierter systemischer Sklerodermie kreisen Anti-Zentromer-, bei der diffusen Form Anti-Scl-70-Antikörper im Blut.

Häufig sind auch gastrointestinale Beschwerden

"Liegt kein Raynaud-Phänomen vor, ist die Diagnose ‚Sklerodermie‘ zu hinterfragen", betonte Krieg. 94 Prozent der Patienten mit systemischer Sklerodermie hätten entsprechende Symptome.

Oft komme es auch zu Beschwerden seitens des Gastrointestinaltrakts, der Lunge, des Herzens und der Nieren.

43 Prozent der Sklerodermie-Patienten weisen eine limitierte, 30 Prozent eine diffuse systemische Sklerodermie auf.

Die übrigen Fälle verteilen sich auf Overlap-Syndrome, undifferenzierte Formen und die Sclerosis sine Scleroderma. Die Therapie besteht im Wesentlichen aus symptomorientierten, organspezifischen Maßnahmen.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Transplantation: BÄK-Richtlinien sollen unter die Lupe

Das Transplantationsgesetz im Umbruch: Innerhalb von einem Jahr könnte es zum vierten Mal geändert werden - jetzt wegen der BÄK-Richtlinien. Auch eine neue Strafvorschrift ist möglich. mehr »

Einbußen errechnet: So teuer kommt Ärzte die Bürgerversicherung

Kommt der einheitliche Krankenversicherungs­markt nach der Bundestagswahl, geht es Ärzten an den Geldsäckel. Wie stark, hat jetzt der PVS-Verband errechnet. Für bestimmte Fachgruppen sind Einbußen von bis zu 40 Prozent des Praxishonorars zu erwarten. mehr »

Vorsicht bei Mett: Geflügel nicht mehr größtes Salmonellenrisiko

Wer Eier oder Hähnchen isst, ist besonders gefährdet für Salmonellen, hieß es noch vor Jahren. Mittlerweile sind andere Lebensmittel riskant. mehr »