Nach Herzinfarkt

Erfolg mit kardialen Stammzellen

Mit den erst vor wenigen Jahren entdeckten kardialen Stammzellen (CSCs) scheint eine neue Ära in der Geschichte der Zelltherapie zu beginnen.

Veröffentlicht:

LOS ANGELES. Die SCIPIO-Studie, eine noch kleine Pilotstudie mit CSCs, weist zwei Jahre nach der Zell-Infusion durchaus beachtliche Ergebnisse auf.

Das Akronym war wohl gewählt, denn der Name Scipio steht in der römischen Geschichte für siegreiche Schlachten im Punischen Krieg.

Scipio steht auch für "Study of Cardiac Stem Cells Infusion in Patients with Ischemic CardiOmyopathy". Eine Pionierstudie (Phase 1), die erstmals CSCs klinisch prüfte, randomisiert, aber nicht verblindet, an 20 Patienten und 13 Kontrollen.

Die 2-Jahres-Ergebnisse hat Dr. Roberto Bolli aus Louisville / USA beim AHA-Kongress vorgestellt.

Die Teilnehmer hatten einen St-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) mit Myokardnarbe, mehrfach gesichert sowohl mit EKG, als auch mit Stresstests im Echo, im Kernspin wie auch nuklearmedizinisch.

Besonders wichtig: Alle waren für eine Bypass-Operation vorgesehen, und zwar in der zweiten Woche nach dem initialen Screening.

Während des Eingriffs wurde eine Myokardprobe entnommen, aus der dann die CSCs in der Zellkultur isoliert und vermehrt wurden. Das dauerte etwa 4 Monate, dann reichte die Zahl der Stammzellen aus. Eine intrakoronare Infusion brachte sie an ihren Bestimmungsort.

Durchweg positive Ergebnisse

Vor diesem großen Ereignis - immerhin der erste Test am Menschen - hatten die Patienten noch alle modernen Imaging-Verfahren und Labortests zu bewältigen sowie einen Fragebogen zur Evaluation der Lebensqualität auszufüllen, alles Basisdaten, die dann zwei Jahre nach der einzigen (!) Stammzellinfusion mit dem klinischen Ergebnis verglichen wurden.

Die Ergebnisse waren durchweg positiv und zeigten in die gleiche Richtung, nämlich Verbesserung der Hämodynamik und auch der Lebensqualität.

Bollis Fazit: Die intrakoronare Infusion von autologen CSCs ist machbar und sicher. Nach zwei Jahren war eine Verkleinerung des Infarktgebiets bei gleichzeitiger Zunahme von vitalem Myokardgewebe nachweisbar.

Ferner zeigten sich Verbesserungen der linksventrikulären systolischen Funktion und des klinischen Status, gemessen an der NYHA-Klassifizierung.

Alles gute Argumente, schon bald eine Phase-2-Studie in Angriff zu nehmen, um an größeren Patientenzahlen den klinischen Effekt besser abschätzen zu können. (au)

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