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Ärzte Zeitung online, 27.12.2012

Herzstillstand

So reanimieren Ersthelfer am besten

Komprimieren und beatmen, oder besser doch nur komprimieren? Japanische und französische Forscher haben untersucht, welche Wiederbelebung am meisten bringt.

So reanimieren Ersthelfer am besten

Keine Laien: Ansonsten funktioniert die reine Herzdruckmassage offenbar am besten.

© imagebroker heissen / imago

KYOTO. In den 2010 aktualisierten europäischen Leitlinien des ERC (European Resuscitation Council) zur Reanimation ist die Bedeutung der Herzdruckmassage - wenn nötig auch als alleinige Minimalmaßnahme durch Laien - deutlich hervorgehoben worden.

Jede Unterbrechung der Thoraxkompression hat demnach ungünstige Auswirkungen auf die Prognose.

Neue Studiendaten stützen diese Einschätzung. Japanische Forscher haben jetzt in einer landesweiten Studie Ergebnisse bei 1376 Personen analysiert, die zwischen 2005 und 2009 einen kardial bedingten Herzstillstand erlitten hatten (Circulation 2012, 126: 2844).

In allen Fällen konnten anwesende Ersthelfer rasch Basismaßnahmen der Reanimation plus eine Schock-Behandlung mit öffentlich zugänglichen automatisierten Defibrillatoren (AED) vornehmen.

Bei 506 Betroffenen wurde nur per Thoraxkompression ("compression only") reanimiert und bei 870 in konventioneller Weise mit Herzdruckmasse plus Beatmung.

Die "Compression-only"-Variante der Wiederbelebung erwies sich als erfolgreicher. Nach einem Monat betrug der Anteil der Personen, die den Herzstillstand in gutem neurologischen Zustand überlebt hatten (primärer Endpunkt), in dieser Gruppe 40,7 Prozent.

In der Gruppe mit konventioneller Reanimation inklusive Beatmung war der Anteil mit 32,9 Prozent signifikant niedriger.

Sind die Überlebenschancen auch auf längere Sicht besser? Dieser Frage ist eine französische Arbeitsgruppe in einer retrospektiven Analyse von Daten aus zwei Reanimationsstudien nachgegangen (Circulation 2012, online 10. Dezember), an denen 2496 Personen mit Herzstillstand beteiligt waren.

Die durch eine Leitstelle gesteuerte Reanimation durch Ersthelfer erfolgte bei ihnen entweder nur per Thoraxkompression oder mit zusätzlicher Beatmung.

Im Zeitraum von 1152,2 Personenjahren starben 2260 Teilnehmer, während 236 auch nach längerer Zeit noch lebten.

Die für andere Einflussfaktoren adjustierte Analyse ergab, dass die "Compression-only"-Reanimation auch langfristig mit signifikant besseren Überlebenschancen assoziiert war. Die relative Reduktion des Sterberisikos betrug 9 Prozent.

[27.12.2012, 13:28:21]
Dr. Wolfgang Knüll 
Nicht so überraschend...
..., denn nach den zunehmend sich in Richtung Herzmassage ändernden Empfehlungen auf zuletzt 30:2, musste man schon bei diesem Verhältnis mit eben effektiver Thoraxkompression eine nicht unerhebliche und offenbar weitgehend ausreichende Ventilation annehmen. Es wäre wünschenswert, diese Ergebnisse zu vertiefen und baldmöglichst in die Notfallmedizin einfließen zu lassen. zum Beitrag »

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