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Aortenklappen

TAVI rasant auf dem Vormarsch

Die TAVI wird zunehmend beliebter - vor allem bei Patienten mit hochgradiger Aortenstenose. Eine neuer Register-Auswertung zeigt die enormen Fortschritte.

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:
Sind die drei halbmondförmigen Taschen der Aortenklappe verengt und nehmen Luftnot sowie Beklemmungsgefühl überhand, hilft oft ein Klappenersatz.

Sind die drei halbmondförmigen Taschen der Aortenklappe verengt und nehmen Luftnot sowie Beklemmungsgefühl überhand, hilft oft ein Klappenersatz.

© Springer

PARIS. Neue Registerdaten zeigen, dass der katheterbasierte Aortenklappenersatz die Symptomatik der häufig schwerkranken Patienten dramatisch verbessert und mit relativ hohen Überlebensraten einhergeht - bei gleichzeitiger Abnahme von den anfänglich beobachteten Komplikationen.

Dieses Therapieverfahren ist mittlerweile, gestützt vor allem durch die Daten der PARTNER-Studie, eine etablierte Methode zur Behandlung von inoperablen Patienten oder Hochrisikopatienten mit schwerer symptomatischer Aortenstenose.

Nach Daten aus dem deutschen Aortenklappenregister GARY (German Aortic Valve Registry) sind hierzulande im Jahr 2011 bereits 35 Prozent aller Aortenklappen kathetergestützt implantiert worden.

Die Entwicklung verläuft rasant. Nachdem zunächst nur zwei TAVI-Klappensysteme auf dem Markt waren, ist die Zahl der kommerziell verfügbaren Klappenmodelle inzwischen gewachsen.

Weiterentwickeltes Klappensystem

Das in der PARTNER-Studie verwendete ältere Modell der Edwards-Sapien-Aortenklappe ist schon vor einiger Zeit durch ein technisch weiterentwickeltes Klappensystem (Sapien XT) ersetzt worden.

Aufschluss über Sicherheit und Wirksamkeit des Sapien-XT-Systems in der klinischen Routinepraxis geben jetzt die Ein-Jahres-Ergebnisse des SOURCE-XT-Registers, die Professor Stephan Windecker aus Bern beim Kongress EuroPCR in Paris vorgestellt hat.

In dieses Register sind zwischen Juli 2010 und Oktober 2011 an 93 Zentren in 17 Ländern insgesamt 2688 Patienten (im Durchschnittsalter von 81,5 Jahren) mit symptomatischer Aortenstenose aufgenommen worden.

Ein Jahr nach kathetergestützter Klappenimplantation betrug die Gesamtsterberate in dieser Hochrisikogruppe 19,5 Prozent, die Rate für die kardiovaskuläre Mortalität lag bei 10,8 Prozent und die Schlaganfallrate bei 6,3 Prozent. Bei Frauen waren die Raten für die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität jeweils niedriger als bei Männern.

Am höchsten war die Überlebensrate mit 85 Prozent bei jenen Patienten, die die neue Aortenklappe per transfemoralem Zugang erhalten hatten (Anteil: 62,7 Prozent).

Bei Implantation über die Herzspitze (transapikal, 33,3 Prozent) oder die Aorta (transaortal, 3,7 Prozent) waren die Überlebensraten mit 72,8 respektive 73,9 Prozent deutlich niedriger.

Windecker stellte klar, dass die schlechtere Prognose bei transapikaler und transaortaler Implantation weniger durch den Zugangsweg per se als durch die höhere Komorbidität kränkerer Patienten bedingt ist, bei denen sich eine Implantation über die transfemorale Route verbot.

Der klinische Zustand der Patienten verbesserte sich dramatisch. Wurden vor der TAVI-Behandlung 75,3 Prozent aller Patienten funktionell der NYHA-Klasse III oder IV zugeordnet, fiel dieser Anteil nach einem Jahr auf nur noch 9,7 Prozent. Dies spiegelte sich auch in einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität wider.

Paravalvuläre Lecks sind seltener

Nach TAVI ist häufig eine paravalvuläre Insuffizienz der Aortenklappenprothese (Regurgitation) beobachtet worden, die mit einer ungünstigen Prognose assoziiert ist. Das Problem der dafür maßgeblichen paravalvulären Lecks scheint aber mittlerweile deutlich geringer geworden zu sein.

Wie Windecker berichtete, beläuft sich der Anteil der Patienten mit moderater bis schwerer paravalvulärer Aortenregurgitation im SOURCE-XT-Register auf nur noch 6,2 Prozent nach einem Jahr - im Vergleich zu Ergebnissen früherer Studien eine deutliche Reduktion.

Auch erwies sich die paravalvuläre Regurgitation in diesem Fall nicht als Determinante einer Prognoseverschlechterung.

Dagegen waren vor allem ausgeprägte Verkalkungen der Aorta ascendens ("Porzellanaorta") und Lebererkrankung als unabhängige Prädiktoren eng mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Beide Faktoren gehen übrigens in den zur Risikoabschätzung genutzten EuroSCORE nicht ein.

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