Ärzte Zeitung online, 30.12.2013

Aortenchirurgie

Springer Award Gefäßmedizin zum vierten Mal verliehen

Springer Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie haben einen Übersichtsbeitrag über eine Strategie zur Reduktion von spinaler Ischämie mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

LINZ/HEIDELBERG. In diesem Jahr wurde der mit 2.500 Euro dotierte Award an Dr. Moritz S. Bischoff aus Heidelberg verliehen, der seine Arbeit im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) in Linz vorstellte.

Der Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, welche Operationsmethode für das Vermeiden einer Querschnittlähmung günstiger ist.

Dabei wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden: Wenn das Behandlungsziel durch einen einzigen Eingriff erreicht werden kann, spricht man von einem einzeitigen Eingriff, kann das Behandlungsziel erst nach zwei Sitzungen erreicht werden, liegt eine zweizeitige Operation vor.

Im Zentrum der Studie steht die Betrachtung der Folgen einer einzeitigen offen-chirurgischen Verbindung (Ligatur) aller den Bauchraum betreffenden Segmentarterien mit nachfolgender Aortenreparatur innerhalb eines Gefäßes, die das Herz betreffen (TEVAR). Diese werden einem zweizeitigen Vorgehen, bei dem zwischen Ligatur und TEVAR mindestens sieben Tage liegen, gegenübergestellt.

Durchgeführt wurde die Studie bei Yorkshire-Schweinen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass das zweizeitige Verfahren eine wertvolle Strategie zur Verhinderung der spinalen Ischämie (SI) im Kontext einer Arterienerweiterung im Bauchraum ist.

Für die Praxis ergibt sich daraus, dass die gezielte und konsequente Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Instrumente, die die Wirbelsäule schützen, es möglich erscheinen lassen, das Auftreten einer SI im Rahmen der Aortenchirurgie künftig weiter zu minimieren.

Weitere Einzelheiten können ausführlich im Artikel "Das zweizeitige Vorgehen als Strategie zur Reduktion der spinalen Ischämie bei der Ausschaltung thorakoabdomineller Aortenaneurysmen. Vom Modell in die Klinik" nachgelesen werden, der in der Ausgabe der Springer Medizin Fachzeitschrift Gefäßchirurgie vom 21. 12. 2013 erschienen ist (2013, 18 (8): 731-735).

Die Forschungsarbeit junger Mediziner zu fördern und zu honorieren, damit neuste Erkenntnisse Eingang in die Praxis finden, ist das Ziel des Springer Awards Gefäßmedizin. Im Jahr 2010 aus der Taufe gehoben, verleiht die DGG jährlich gemeinsam mit Springer Medizin den Preis an Nachwuchswissenschaftler dieses Fachbereichs.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter 40 können ein Manuskript mit einem Übersichtsbeitrag zu einer eigenen experimentellen Arbeit für die Teilnahme am Springer Award Gefäßmedizin einreichen und stellen diese auf der Jahrestagung der DGG vor.

Bei der Auswahl des Siegerbeitrags spielt besonders die Verbindung von experimentellen Ergebnissen und deren klinische Anwendung eine Rolle. Die Jury besteht aus dem Herausgebergremium unter der Leitung der Schriftleitung der Gefäßchirurgie, Professor Dr. Hans-Hennig Eckstein, Interdisziplinäres Zentrum für Gefäßerkrankungen, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Stellvertretend für Dr. Bischoff nahm Frau Dr. Carola Wieker den Preis entgegen. (eb)

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