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Bedrohlicher als Thoraxschmerzen

Stresstest wegen Dyspnoe - ein schlechtes Omen

Ob Patienten wegen Atemnot oder wegen Brustschmerz zum Belastungstest überwiesen werden, hat Konsequenzen für ihre Prognose.

Veröffentlicht:

NEW YORK. Patienten, die wegen Atemnot zum Belastungstest überwiesen werden, stellen eine Hochrisikogruppe dar. Ihr Sterberisiko übertrifft das von Patienten, bei denen die Indikation zum Stresstest aufgrund von Brustschmerzen gestellt wird.

Eine "aggressive diagnostische Aufarbeitung" empfehlen Kardiologen aus New York, wenn Patienten über Atemnot berichten. Grundlage ihrer Empfehlung ist eine Metaanalyse, in der Patienten verglichen wurden, die zur Abklärung von Dyspnoe bzw. von Thoraxschmerzen zum Belastungstest geschickt worden waren.

Patienten mit Luftnot hatten ähnlich häufig kardiale Ischämien, aber eine deutlich höhere Gesamtmortalität als die Patienten mit KHK-typischer Symptomatik (Am J Cardiol 2014; 113(3): 559-564).

Insgesamt sechs Studien mit Patienten mit Verdacht auf oder bekannter KHK waren in die Analyse eingegangen. 5753 Patienten hatten Episoden von Dyspnoe (mittleres Alter 67 Jahre), 24.491 von Thoraxschmerzen (mittleres Alter 62 Jahre).

Die Reaktion unter - ergometrischer oder pharmakologischer - Belastung wurde in fünf Studien im EKG, in drei Studien per Myokardperfusions-Szintigrafie und in zwei Studien echokardiografisch erfasst.

Myokardischämien beurteilt mit dem EKG traten in beiden Gruppen gleich häufig auf. Mit den bildgebenden Verfahren fanden sich dagegen etwas mehr Ischämien bei Patienten mit Luftnot, der Unterschied war aber nicht signifikant (37,4 versus 30,2 Prozent).

Unter Berücksichtigung von einschlägigen Risikofaktoren hatten Patienten mit Dyspnoe jedoch ein signifikant höheres Risiko, in den nachfolgenden 5,5 Jahren zu sterben. Die jährliche Sterberate betrug bei ihnen 4,9 Prozent, im Vergleich zu 2,3 Prozent bei den Patienten mit Brustschmerzen.

Wurde die Auswertung auf Patienten ohne bekannte KHK (insgesamt 24.131 Studienteilnehmer) beschränkt, dann zeigte die Bildgebung unter Belastung bei Dyspnoepatienten ebenso häufig eine Minderperfusion des Herzmuskels wie bei Schmerzpatienten.

Trotzdem blieb ihr Sterberisiko deutlich höher, mit einer jährlichen Rate von fünf Prozent gegenüber 1,9 Prozent. Im Vergleich zu Patienten mit einer typischen Angina pectoris hatten Patienten mit Luftnot zwar seltener Myokardischämien, ihre Mortalität war aber ebenso hoch.

"Bei der höheren Inzidenz von Todesfällen in der Dyspnoegruppe spielen nicht-ischämische Ursachen eine wichtige Rolle", schließen die Studienautoren um Edgar Argulian von der Columbia University. Sie vermuten, dass außer nicht-kardialen Komorbiditäten und geringerer Fitness vor allem auch eine diastolische Herzinsuffizienz zum erhöhten Sterberisiko von Patienten mit KHK-verdächtiger Dyspnoe beiträgt. (bs)

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