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Intensivmedizin

I.v.-Insulintherapie für Kinder ohne Vorteil

Im Vergleich zur konventionellen verbessert eine strikte Blutzuckerkontrolle mit einer intravenösen Insulintherapie bei Kindern auf der Intensivstation den Therapieerfolg nicht. Dafür kommt es häufiger zu ausgeprägten Hypoglykämien.

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NEU-ISENBURG. Da es bisher noch kaum Daten dazu gibt, überprüften britische Ärzte in der randomisierten CHiP-Studie (Control of Hyperglycaemia in Paediatric Intensive Care), welchen Einfluss eine strikte Blutzuckerkontrolle bei Kindern hat, die wegen einer Herz-Operation oder aus anderen Gründen intensivmedizinisch betreut werden.

In die multizentrische Studie eingebunden wurden 1369 Kinder bis zu 16 Jahren ohne Diabetes mellitus, die noch nicht länger als fünf Tage auf der Intensivstation versorgt wurden (N Engl J Med 2014; 370: 107-118).

60% befanden sich aufgrund eines kardiologischen Eingriffs auf der Station. Die anderen Kinder waren aus nicht kardiologischen Gründen ähnlich schwer erkrankt.

Zur Blutzuckerkontrolle erhielten die Kinder nur dann eine intravenöse Insulintherapie, wenn zwei Messungen im Abstand von mindestens einer halben Stunde einen Blutzuckerwert über 216 mg/dl ergeben hatten.

Sank der Wert unter 180 mg/dl, wurde diese Therapie beendet. In der Gruppe der Kinder mit strikter Blutzuckerkontrolle erfolgte dagegen die Therapie, um den Wert zwischen 72 und 126 mg/dl zu halten.

Für die Studie hatten die Forscher einen speziellen Therapiealgorithmus entwickelt. Primärer Endpunkt war die Zahl überlebter Tage ohne Beatmung innerhalb der ersten 30 Tage nach Zuteilung zu einer der Studiengruppen.

Kein höheres Risiko für Hypoglykämie

Das Ergebnis der Studie im primären Endpunkt unterschied sich zwischen den beiden Therapiegruppen kaum. Die Differenz betrug im Mittel nur 0,36 Tage. Auch in den sechs Subgruppen, gebildet etwa nach dem Grund für die intensivmedizinische Versorgung, ließ sich kein Unterschied im Therapieeffekt feststellen.

Allerdings konnte ein signifikanter Unterschied beim Parameter "Hypoglykämie" nachgewiesen werden. So traten schwere Unterzuckerungen, definiert als Blutzuckerspiegel  36 mg/dl, bei Kindern mit strikter Kontrolle häufiger auf als in der Vergleichsgruppe (7,3% versus 1,5%).

Das steht im Einklang mit den Ergebnissen der NICE-SUGAR-Studie (Normoglycemia in Intensive Care Evaluation - Survival Using Glucose Algorithm Regulation). Kinder nach Herz-Operation hatten durch die Insulintherapie kein höheres Risiko für eine Hypoglykämie als Kinder ohne einen solchen Eingriff (16,4% versus 20,3%).

Unterschiede gab es aber zwischen beiden Gruppen bei der Dauer des Klinikaufenthaltes. In der Gruppe ohne Herz-Op waren nach 30, 60 und 90 Tagen deutlich weniger Kinder nach strikter Blutzuckerkontrolle noch in intensivmedizinischer Behandlung als Kinder nach konventioneller Insulintherapie, was sich auch in deutlich geringeren Jahreskosten pro Patient widerspiegelt.

In der Gruppe der Kinder mit kardiologischem Eingriff waren keine Unterschiede im Zusammenhang mit den beiden Therapieansätzen zu beobachten. (ple)

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