Ärzte Zeitung App, 04.12.2014

Kardiomyopathien

Großes Register mit Patienten gestartet

Daten von mehr als 2300 Patienten sollen in einem Register gesammelt werden - als Grundstock für Studien zu Diagnostik und Therapie chronischer Herzerkrankungen.

HEIDELBERG. Ein neues Projekt soll die Versorgung der rund zwei Millionen Menschen mit Herzleiden in Deutschland verbessern. Die Universitätskliniken Heidelberg und Greifswald haben am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung DZHK ein multizentrisches Patientenregister für Kardiomyopathien gestartet: Translational Registry for Cardiomyopathies - TORCH.

Ziel sei, mehr Informationen zu Risikofaktoren, Ursachen und Verlauf angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzmuskels zu gewinnen, wie die Uniklinik Heidelberg mitteilt.

In den nächsten zwei Jahren werden krankheitsbezogene Daten und Gewebeproben von mehr als 2300 Patienten aus ganz Deutschland gesammelt und ausgewertet. Das weltweit einmalige Kooperationsprojekt wird über das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Im neuen Register "TORCH" sollen sämtliche Erkrankungen des Herzmuskels erfasst werden, die nicht mit Durchblutungsstörungen - wie bei der Koronaren Herzerkrankung - zusammenhängen. Behandlungszentren aus ganz Deutschland steuern Daten bei, unter anderem Messwerte, molekulare Marker, wichtige Begleiterkrankungen, Therapien, Ansprechen auf die Behandlung sowie soziodemographische Informationen wie das Alter.

Gewebe- und Blutproben werden in der modernen Biobank des 2014 eröffneten Analysezentrums III am Universitätsklinikum Heidelberg aufbewahrt.

Die Sammlung dient als Ausgangspunkt für klinische Studien, für die Erforschung der genetischen und molekularen Ursachen sowie der Krankheitsmechanismen. Außer den 14 Unikliniken der sieben DZHK-Standorte werden weitere Kliniken Patientendaten in das Register einschleusen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »