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Prostatavergrößerung

Metabolisches Syndrom erhöht BPH-Risiko

Metabolisches Syndrom und Beschwerden des unteren Harntraktes treten häufig gemeinsam auf. Französische Forscher haben den Zusammenhang näher untersucht.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Lassen IGF-1 und Östradiol bei Patienten mit metabolischem Syndrom die Prostata wachsen?

Lassen IGF-1 und Östradiol bei Patienten mit metabolischem Syndrom die Prostata wachsen?

© Löppert Pharma Profil

PARIS. Eine Arbeitsgruppe um Pourya Pashootan vom Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris hat in einer Studie 4666 Patienten von 379 Allgemeinärzten untersucht (BJU Int 2014, online 8. Dezember).

Die Probanden waren zwischen 55 und 100 Jahre alt - der Durchschnitt lag bei 67,7 Jahren - und wurden konsekutiv an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen in die Studie aufgenommen.

51,5 Prozent der Männer wiesen ein metabolisches Syndrom auf, definiert als zentrale Adipositas, Dyslipidämie, Hypertonie und Insulinresistenz.

Mäßig oder stark ausgeprägte LUTS waren bei 47,5 Prozent festzustellen; hierunter fielen Punktwerte von 8 oder darüber im International Prostate Symptom Score (IPSS).

Die IPSS-Werte hinsichtlich irritativer Symptome und Störungen der Blasenentleerung waren um 72 Prozent bzw. 67 Prozent erhöht.

Steigerung um fast 90 Prozent

Rechnerisch steigerte das Vorliegen eines metabolischen Syndroms die Wahrscheinlichkeit, an behandlungsbedüftigen LUTS zu leiden, um fast 90 Prozent. Dabei stieg das Risiko mit der Zahl der vorhandenen Faktoren, die ein metabolisches Syndrom konstituieren.

Von den Patienten in der Gruppe mit den höchsten IPSS-Werten - und damit den am stärksten ausgeprägten LUTS - hatten 65,4 Prozent ein metabolisches Syndrom. In der Gruppe mit den niedrigsten Punktzahlen waren es hingegen 45,1 Prozent.

Generell bestand eine positive Assoziation zwischen Prostatavolumen und metabolischem Syndrom: Letzteres erhöhte das Risiko, Träger einer Prostata von mehr als 50 ml Volumen zu sein, um 43 Prozent.

Die genaue pathophysiologische Verbindung zwischen LUTS und metabolischem Syndrom ist zwar nicht bekannt. Pashootan und seine Kollegen haben aber durchaus eine Vorstellung davon, wie der Zusammenhang herzustellen wäre.

So könnte zum Beispiel die Insulinresistenz über eine sekundäre Hyperinsulinämie die Leber stimulieren und dadurch die Konzentration an freiem, biologisch aktivem Wachstumsfaktor IGF-1 erhöhen.

Und das resultiert dann beispielsweise in viszeraler Adipositas, die wiederum die Aromataseaktivität erhöht, wodurch der Östradiolspiegel steigt und das Testosteron-Östradiol-Verhältnis sinkt.

IGF-1 und Östradiol lassen die Prostata wachsen und führen zu einer benignen Hyperplasie.

Und auch dafür, wie sich der gemeinsamen Entwicklung von LUTS und metabolischem Syndrom vorbeugen ließe, haben die französischen Wissenschaftler ein Rezept: Es lautet auf Änderung der Diät und regelmäßige körperliche Aktivität.

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