Ärzte Zeitung online, 29.10.2015

Hannover

Neuer Mechanismus der Blutgefäßbildung entdeckt

HANNOVER. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entdeckten, dass bei der Angiogenese zwei bestimmte RNAs aktiv sind, die zu den "long non-coding RNAs" (lncRNAs) gehören.

Als die Wissenschaftler jeweils eine der beiden ausschalteten, verschlechterte sich die Gefäßbildung, teilt die MHH mit. Eine vermehrte Gabe bewirkte hingegen eine verbesserte Gefäßbildung (J Am Coll Cardiol. 2015; 66(18): 2005-2015).

Die Forscher arbeiteten unter anderem mit Kollegen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung sowie der Universität Würzburg zusammen.

"Die Arbeit stellt einen neuen Ansatzpunkt für die Behandlung von Infarkten, Tumoren und chronischen Entzündungen dar", wird Erstautor Dr. Jan Fiedler in der Mitteilung zitiert. Im Körper gibt es etwa 50.000 IncRNAs, bisher ist jedoch erst eine Handvoll wissenschaftlich genauer betrachtet worden.

Die MHH-Wissenschaftler schauten, welche von 35.000 IncRNAs in Zellen und Herzmuskelgewebe bei Sauerstoffentzug aktiv sind. Auf diese Weise stellten sie die Situation der Zellen bei einem Infarkt nach.

Zwei der IncRNAs untersuchten sie anschließend genauer, schalteten sie auch aus oder gaben sie vermehrt hinzu. Die französische Stiftung "Fondation Leducq" hat die für diese Veröffentlichung notwendigen Arbeiten finanziell unterstützt, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »