Direkt zum Inhaltsbereich

Intensives Monitoring

Wer holtert, findet öfter Vorhofflimmern

Wer nach einem Schlaganfall möglichst sicher Vorhofflimmern entdecken will, benutzt ein diagnostisches Implantat. Auch bei intensivem Holter-Monitoring steigt die Detektionsquote deutlich.

Veröffentlicht:

LOS ANGELES. Es gilt mittlerweile als belegt, dass bei Patienten mit einem "kryptogenen", das heißt mit Standarddiagnostik inklusive 24-Stunden-EKGs nicht eindeutig zuzuordnendem Schlaganfall, oft Vorhofflimmern als mögliche Ursache des Schlaganfalls detektiert werden kann, wenn intensiv genug danach gesucht wird.

Die bei der internationalen Schlaganfallkonferenz in Los Angeles vorgestellte FIND-AF-Studie zeigt, dass auch ein sehr intensives Holter-Monitoring zu Detektionsraten führt, die denen der Implantate ähneln. Dafür muss allerdings schon Aufwand betrieben werden.

In der Studie, die Studienleiter Professor Rolf Wachter, Universitätsmedizin Göttingen, präsentierte, wurden 398 Patienten mit Schlaganfall unklarer Genese entweder konventionell abgeklärt (inklusive eines 24-Stunden-EKGs bei 75 Prozent der Patienten) oder für jeweils dreimal zehn Tage mit einem Langzeit-EKG ausgestattet, und zwar direkt nach dem Ereignis sowie nach drei und sechs Monaten. Zum Einsatz kam ein CardioMem 3000-Gerät des Herstellers getemed. Die Finanzierung der Studie erfolgte über Fördermittel von Boehringer Ingelheim.

Das Ergebnis ist relativ deutlich und bewegt sich in der Größenordnung, über die auch in Implantatstudien berichtet wurde: Innerhalb von sechs Monaten wurden bei 13,5 Prozent der intensiv überwachten Patienten Vorhofflimmerepisoden detektiert, bei 4,5 Prozent in der Kontrollgruppe(p = 0,002).

Nach zwölf Monaten hatten 13,5 Prozent der Patienten in der anfangs intensiv überwachten Gruppe, aber nur 6,1 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe ein Vorhofflimmern in der Diagnoseliste. Daraus errechneten die Forscher um Wachter eine auf ein Jahr standardisierte Number-Needed-to-Screen von 13 für Intensivüberwachung im Vergleich zu Standardvorgehen.

Eine signifikante Verringerung von Rezidivereignissen war bei einer Studie dieser Größe und Länge nicht zu erwarten. Zumindest numerisch war der Anteil an Rezidivschlaganfällen in der Interventionsgruppe mit 2,5 Prozent aber geringer als in der Kontrollgruppe, wo die Quote bei 4,5 Prozent lag.

Dies ging einher mit einer signifikant höheren Rate an Patienten mit Antikoagulation: 12 Monate nach dem Schlaganfall waren 15,1 Prozent der intensiv überwachten Patienten antikoaguliert, aber nur 6,0 Prozent der konventionell überwachten. (gvg)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Koronare Herzkrankheit

Was es bringt, bei KHK routinemäßig auf Niereninsuffizienz zu screenen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht