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Ärzte Zeitung, 12.05.2016

Schlaganfall unter ASS

Gut oder schlecht?

Ein ischämischer Schlaganfall unter ASS-Behandlung geht mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher. Die Chance auf ein gutes funktionelles Ergebnis scheint trotzdem besser zu sein als ohne ASS-Vortherapie.

SEOUL. Ob sich eine Vortherapie mit ASS auf den Schweregrad eines ischämischen Schlaganfalls günstig auswirkt oder nicht, wird in Studien uneinheitlich bewertet. Die unterschiedlichen Ergebnisse hängen wahrscheinlich mit dem Insultsubtyp zusammen, wie eine Registerstudie aus Südkorea offenbart.

Eine Minderung des Schweregrades gemäß der NIH Stroke Scale (NIHSS) wurde dort nur bei einem atherothrombotischen Ereignis beobachtet. Unabhängig von der Genese des Schlaganfalls hatten mit ASS vorbehandelte Patienten aber einen besseren funktionellen Status bei Entlassung aus dem Krankenhaus.

In der Studie wurden Daten von 10.433 Patienten ausgewertet, die zwischen 2008 und 2012 einen ischämischen Schlaganfall erlitten hatten (Ann Neurol 2016, 79(4): 560-568). 1914 Patienten (18,3 Prozent) waren zu diesem Zeitpunkt ASS-Anwender. Erwartungsgemäß unterschieden sie sich von den Patienten ohne ASS-Therapie in zahlreichen insultrelevanten Aspekten, waren zum Beispiel älter und litten häufiger an Hochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern.

Mit ASS höhere NIHSS-Scores

Dementsprechend hatten die ASS-Vorbehandelten höhere NIHSS-Scores (im Mittel um 0,35 Punkte), solange die Daten unbereinigt verglichen wurden. Das änderte sich jedoch, wenn in einer multivariaten Analyse die unterschiedlichen Charakteristika adjustiert oder in einer speziellen Form der Propensity-Score-Analyse die Wahrscheinlichkeiten für eine ASS-Behandlung abgeglichen wurden.

Vorteil bei großen Gefäßen

In beiden Fällen wirkte sich bei Patienten mit einer Atherosklerose der großen Arterien als vermuteter Schlaganfallursache die ASS-Vortherapie vorteilhaft aus: Der NIHSS-Score lag im Mittel um 0,97 Punkte niedriger als ohne ASS (6,91 vs. 7,88). Keinerlei Effekt des Thrombozytenhemmers zeigte sich dagegen bei denjenigen Patienten, bei denen der Verschluss eines kleinen Gefäßes oder eine Kardioembolie den Hirninfarkt verursacht hatte.

Das Risiko einer hämorrhagischen Transformation war unter ASS erhöht: 7,4 Prozent der Patienten waren betroffen, gegenüber 4,3 Prozent der Patienten ohne ASS. Dieser Nachteil blieb auch nach Abgleich der unterschiedlichen Patientencharakteristika beziehungsweise Behandlungswahrscheinlichkeiten (Risikoerhöhung um 34 Prozent) erhalten.

Trotzdem verließen die Patienten mit ASS-Vortherapie das Krankenhaus in einem besseren funktionellen Zustand. Das Risiko für einen höheren Wert in der modifizierten Rankin-Skala (mRS) war um 14 Prozent niedriger als bei Patienten ohne vorhergehende ASS-Therapie.

Die Studienautoren um Jong-Moo Park vom Universitätskrankenhaus in Seoul sehen daher einen zweifachen Nutzen einer ASS-Vortherapie, falls sie nicht in der Lage ist, einen Schlaganfall zu verhindern:

Bei atherothrombotischen Schlaganfällen kann der Schweregrad reduziert werden.

Bei allen Patienten kann das kurzfristige funktionelle Outcome verbessert werden. (bs)

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