Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie

Thrombose/Schlaganfall

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 08.07.2016

Diagnostik

Hirnblutung kann TIA vortäuschen

Hinter TIA-Symptomen verbirgt sich häufiger als gedacht eine intrazerebrale Blutung. Diese lässt sich nur über eine rasche Bildgebung nachweisen.

Bei einer massiven Hirnblutung stehen Symptome wie Übelkeit, Hypertonie und Bewusstseinstrübung im Vordergrund - solche Patienten werden in der Regel schnell vom Notarzt versorgt. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich nur kleine Blutungen bilden oder sich die Blutung langsam entwickelt, wie dies oft bei Hämorrhagien unter einer Antikoagulanzientherapie beobachtet wird. Dann können sich die anfänglichen Symptome auch wieder teilweise oder vollständig zurückbilden. In solchen Situationen ähneln die Beschwerden häufig der einer TIA, berichten US-Ärzte um Dr. Sandeep Kumar aus Boston.

Sie hatten in ihrer Klinik einen Patienten mit einer transienten Sprachstörung behandelt, der zunächst die Kriterien für eine TIA erfüllte (JAMA Neurol 2016 ; 73(3): 316-3). Als Ursache erwies sich jedoch eine linkstemporale Blutung. Sie gingen daraufhin die Klinikdatenbank durch und konnten bei 34 von über 2100 Patienten mit spontaner primärer Hirnblutung (1,24 Prozent) klinische Symptome und Zeichen in den Unterlagen finden, die innerhalb von 24 Stunden nach der Präsentation wieder verschwunden waren. Dazu zählten vor allem Taubheitsgefühle und Muskelschwäche, aber auch einseitige Lähmungen und transiente Sprachprobleme.

Die Daten bestätigen: Bei TIA-Symptomen sollte eine rasche Bildgebung erfolgen. Wird diese verzögert, können Ärzte die Blutung später oft nicht mehr nachweisen. In US-Klinken wird bei einer TIA nur zu 50 bis 70 Prozent eine Bildgebung veranlasst, berichten die US-Ärzte. Stattdessen erhalten die Patienten Plättchenhemmer - keine gute Wahl bei einer Hämorrhagie als Ursache der Beschwerden.

Die Schlaganfallexperten vermuten, dass eine kleine intrazerebrale Blutung mit transienten Symptomen sehr häufig gar nicht erkannt oder als TIA fehlgedeutet wird. Der Anteil der Hirnblutungen bei Patienten mit TIA-Diagnose könnte also deutlich höher als ein Prozent sein. (mut)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »