Ärzte Zeitung, 26.03.2004

Nebivolol stoppt vermutlich Atherosklerose

HANNOVER (grue). Der Betablokker Nebivolol stimuliert die endogene Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO). So kann er Gefäße vor Atherosklerose schützen.

Bei Untersuchungen mit dem Betablocker Nebivolol (Nebilet®) hat Professor James Ritter vom St. Thomas Hospital in London bestätigt, daß das Mittel selektiv die kardialen Beta-1-Rezeptoren hemmt und so Blutdruck und Herzfrequenz senkt.

Aber: "Nebivolol stimuliert auch Beta-2-Rezeptoren an den Gefäßen", sagte Ritter bei einer Veranstaltung des Unternehmens Berlin-Chemie in Hannover. An Endothelzellen konnte er belegen, daß über stimulierte Beta-2-Rezeptoren die NO-Produktion in Gang gesetzt wird, unter Beteiligung von Proteinkinase A.

"Die Beta-2-Rezeptoren vermitteln eine zusätzliche NO-abhängige Vasodilatation", so Ritter. Bei Nebivolol ergänzten sich Beta-1-Antagonismus und Beta-2-Agonismus ideal. "Über die vermehrte NO-Synthese kann Nebivolol vermutlich Atherosklerose aufhalten".

NO-Forscher zählen Nebivolol deswegen zu den Substanzen, die über NO-stimulierende Effekte auf Gefäße wirken. Dazu gehören ACE-Hemmer, Statine und die Aminosäure Arginin, wie Professor John Cooke von der Stanford Universität in Kalifornien sagte. Er rät seinen herzkranken Patienten zur Nahrungsergänzung mit hochdosiertem Arginin. Drei Gramm am Tag seien nötig, meinte der Kardiologe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »