Bei der Blutdrucksenkung zählt jeder mmHg

MANNHEIM (sko). "Wenn es um die Blutdrucksenkung geht, zählt jeder Millimeter-Hg", meint Professor Roland E. Schmieder aus Erlangen. Um sich ein korrektes Bild von der hämodynamischen Situation zu machen, riet Schmieder beim Kardiologenkongreß in Mannheim, häufiger eine Langzeitblutdruckmessung vorzunehmen.

Veröffentlicht:

"Auch einer geringen Blutdruckerhöhung sollte man Achtsamkeit schenken", sagte Schmieder bei einem vom Unternehmen Boehringer Ingelheim unterstützten Symposium. Und das gelte auch für den hochnormalen Blutdruckbereich.

Studien hätten für einen systolischen Blutdruck unter 120 mmHg eine kumulative Inzidenz für kardiovaskuläre Ereignisse von sechs Prozent, für den Bereich 130 bis 139 mmHg jedoch von 12 Prozent ergeben, was immerhin einer Verdopplung der Inzidenz entspreche.

In der Realität sei man allerdings noch weit weg von jeglicher effektiven antihypertensiven Therapiekontrolle. Vor fünf Jahren wurden Werte von 160/95 mmHg etwa in den USA nur von 23 Prozent der behandelten Hypertoniker erreicht, "so daß man sagen kann: Etwa nur jeder Fünfte war bei diesem Kriterium effektiv eingestellt." In einer aktuellen Studie aus dem vergangenen Jahr hätten nur acht Prozent der Hypertoniker in Deutschland einen Blutdruck von 140/90 mmHg erreicht, berichtete Schmieder weiter.

Bei der Kontrolle des Blutdrucks hob der Mediziner noch einmal die Bedeutung der 24-h-Blutdruckmessung hervor. "Wir sollten die 24-Stunden-Blutdruckmessung viel häufiger einsetzen". Denn die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen sei nicht über 24 Stunden gleich verteilt. Als Beispiele, die vermehrt in den frühen Morgenstunden auftreten, nannte Schmieder den plötzlichen Herztod oder den ischämischen Schlaganfall.

Zudem sei nicht nur der morgendliche Blutdruckanstieg ein ursächlicher Mechanismus für die erhöhte kardiovaskuläre Mortalitätsrate. Die Werte für Kortison und Adrenalin sowie für Plasmarenin und schließlich auch Aldosteron stiegen in den Morgenstunden an.

Deshalb sollte eine entsprechende Therapie - etwa mit dem AT1-Rezeptorantagonisten Telmisartan, das vom Unternehmen als Micardis® angeboten wird - nicht nur den Blutdruck in den frühen Morgenstunden kontrollieren, sondern auch eine effektive Blockade des Renin-Angiotensin-Systems bewirken.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Prof. Dr. Christoph Liebetrau, Cardioangiologisches Centrum Bethanien (CCB), Frankfurt am Main

© [M] Privat; psdesign1 / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

So wird der Troponin-I-Wert in der Praxis genutzt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Abbott GmbH
Abb. 1: Wirkmechanismus von Riociguat

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Pulmonale Hypertonie

Riociguat: seit fünf Jahren zugelassen bei CTEPH und PAH

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MSD SHARP & DOHME GmbH, Haar
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Eine Frau mit drei Tabletten und einem Glas Wasser in der Hand.

© Hazal / stock.adobe.com

Umfrage

Nach Antidepressiva-Stopp: Fast die Hälfte mit deutlichen Symptomen

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen