Ärzte Zeitung, 05.05.2004

Diagnostik vor Nierenarterien-Dilatation könnte besser sein

Trotz technisch erfolgreicher PTA profitiert nur jeder zweite Hypertoniker / Konventionelle Angiographie reicht als Voruntersuchung nicht aus

MANNHEIM (wst). Die Ergebnisse der perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) bei Nierenarterienstenose sind bislang eher unbefriedigend. Eine Verbesserung ist vor allem durch eine zuverlässigere Diagnostik vor der Intervention zu erreichen.

Vor allem nichtinvasiven Magnetresonanz (MR)-Verfahren kommt dabei ein hoher Stellenwert zu. Diese Auffassung hat Privatdozent Dr. Stefan Schönberg vom Münchener Institut für Klinische Radiologie beim Kardiologenkongreß in Mannheim vertreten.

Wie Schönberg ausführte, ist bei Nierenarterienstenose (NAST) die Indikation zur PTA etwa gegeben bei therapierefraktärer schwerer Hypertonie, bei hohem Risiko für eine Funktionsverschlechterung der betroffenen Niere oder bei schwerer Hypertonie vor dem 30. Lebensjahr.

Die Ergebnisse einer PTA sind aber bislang besonders bei atherosklerotisch bedingten NAST ernüchternd, so Schönberg. Trotz initial guter technischer Erfolge bei bis zu 90 Prozent aller Interventionen verbessert sich die Nierenfunktion nur bei einem Drittel der Patienten. Eine Normalisierung des Blutdrucks wird bei 19 Prozent der Patienten und zumindest eine Reduktion erhöhter Werte bei etwa 50 Prozent erreicht.

Hauptgrund für diese nicht optimalen Ergebnisse ist nach Schönbergs Angaben eine ungenügende präinterventionelle Diagnostik, wodurch zu viele für eine PTA ungeeignete Patienten eine solche Therapie bekommen. So sei etwa die Röntgenangiographie ein ungeeignetes Mittel, den Stenosegrad abzuschätzen, da nur eine zweidimensionale Messung möglich ist.

Wegen der häufig exzentrischen Form von NAST ist der tatsächliche Stenosegrad nur anhand einer mehrdimensionalen Messung feststellbar. Geeignet ist etwa die nichtinvasive MR-Angiographie, die ohne nephrotoxische Kontrastmittel und ohne Strahlenbelastung funktioniert. Weiterer Vorteil: Auch die Nierenperfusion kann quantifiziert werden. Damit sind Rückschlüsse auf die Organvitalität sowie eine Differenzierung zwischen vaskulären und Parenchymschäden möglich.

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