Ärzte Zeitung, 19.07.2004

Angioplastie beseitigt renovaskuläre Hypertonie

Hilfe für Patienten unter 60 Jahre und für Patienten mit guter Nierenfunktion / MRT zur Diagnostik gut geeignet

BADEN-BADEN (ts). Nur etwa fünf Prozent der Hypertoniker haben eine sekundäre Hypertonie, meist eine renovaskuläre. Das ist zwar recht wenig, die Diagnose ist aber für die Therapie und damit die Prognose der Patienten entscheidend.

Klinische Hinweise auf eine renovaskuläre Hypertonie sind nach Angaben von Professor Reinhard Gotzen paraumbilikale Gefäßgeräusche, das Fehlen des Blutdruckabfalls während der Nacht, ein plötzlich aufgetretener Bluthochdruck oder ein Bluthochdruck, der plötzlich noch stärker wird. Ein weiterer Hinweis sei, so der Berliner Internist beim MEDcongress 2004 in Baden-Baden, ein Bluthochdruck, der medikamentös kaum erfolgreich eingestellt werden könne. Die Verdachtsdiagnose renovaskuläre Hypertonie sei zudem zu stellen, wenn sonographisch eine Größendifferenz der Nieren von über einem Zentimeter festgestellt werde.

Wie wird eine renovaskuläre Ursache des Bluthochdrucks nachgewiesen?

Goldstandard ist nach Aussage von Gotzen die intraarterielle Angiographie, eine gute Methode sei die MRT-Angiographie, sehr gute Verfahren seien die MRT-Angiographie mit Kontrastmittel und die Computertomographie-Angiographie. Ein befriedigendes Verfahren sei auch die Duplex-Sonographie, deren Aussagekraft jedoch sehr von der Erfahrung des Untersuchers abhängig sei. Bei einem sehr guten und geübten Untersucher könne die Aussagekraft der Methode sogar gut sein.

Eine kausale Therapie ist die Angioplastie, also die Ballondilatation. Dieses invasive Verfahren ist nach Aussage von Gotzen aber nicht bei jedem Patienten sinnvoll.

Indiziert sei die Ballondilatation bei jungen Patienten (unter 60 Jahren), bei guter Nierenfunktion, mäßig ausgeprägter Atherosklerose und einer fibromuskulären Dysplasie als Ursache der renalen Minderperfusion. Betroffen sind von einer fibromuskulären Stenose meist junge Frauen, von einer atherosklerotischen Gefäßverengung dagegen über 50jährige Männer. Die Indikation zur Ballondilatation sollte außerdem um so eher gestellt werden, je schwerer der Bluthochdruck sei.

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