Ärzte Zeitung, 27.07.2004

KOMMENTAR

Neuer Stoff für die Überzeugungsarbeit

Von Swanett Koops

Hypertoniker leben extrem gefährlich. Das belegt einmal mehr eine aktuelle Studie, bei der Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall untersucht wurden - mit dem Ergebnis: Bei unbehandelten Hypertonikern war die Rate für solch einen Insult um den Faktor 3,7 höher im Vergleich zu Daten aus der Bevölkerung.

Zwar sind die hämorrhagischen Infarkte selten, 80 Prozent der Schlaganfall-Patienten haben einen ischämischen Insult. Doch die Prognose ist bei intrazerebralen Blutungen besonders schlecht: Die 30 Tages-Sterblichkeit liegt zwischen 20 und 56 Prozent. Die Langzeitprognose ist ebenfalls schlecht: Studien haben ergeben, daß nach 32 Monaten nur noch 35 Prozent der Patienten am Leben waren, davon nur 51 Prozent ohne Behinderung im täglichen Leben.

Vor diesem Hintergrund bekommt die aktuelle Studie mehr Gewicht. Aufgrund dieser schlechten Prognose ist es besonders wichtig, einen hämorrhagischen Infarkt zu verhindern. Dazu trägt die adäquate Blutdruckeinstellung entscheidend bei, wie die Studie belegt. Mit diesem Wissen haben Kollegen neuen Stoff in der Hand, ihre Patienten von der Notwendigkeit der Blutdrucksenkung zu überzeugen.

Lesen Sie dazu auch:
Unbehandelte Hypertoniker haben sehr hohes Risiko für Hirnblutung

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