Ärzte Zeitung, 10.12.2004

KOMMENTAR

Brisantes Ergebnis bei Bluthochdruck

Von Peter Overbeck

Noch muß man sich ein wenig gedulden, bis die endgültigen Ergebnisse im Detail vorliegen werden. Doch das, was die verantwortlichen Leiter der ASCOT-Studie gerade bekannt gegeben haben, dürfte schon jetzt die mit der Hochdrucktherapie befaßten Experten in helle Aufregung versetzen.

Daß die bessere Prävention klinischer Ereignisse durch die modernen Blutdrucksenker Amlodipin und Perindopril im Vergleich zu zwei älteren Substanzen den vorzeitigen Abbruch der Studie angeraten erscheinen ließ, ist vor dem Hintergrund der bisherigen Hochdruckforschung eine kleine Sensation.

Seit längerem wird über die relativen Vorzüge neuerer versus älterer Blutdrucksenker heftig diskutiert. Vor allem die große ALLHAT-Studie bewegt die Gemüter. Deren Autoren interpretierten ihre Ergebnisse als Beleg dafür, daß den preiswerten Thiaziden der Rang der First-line-Therapie gebührt.

Diese von anderen Experten kritisierte Position hat inzwischen ihren Niederschlag in den US-Leitlinien zur Blutdrucksenkung gefunden. Um so brisanter könnten die noch abzuwartenden ASCOT-Daten werden. Zu bedenken ist, daß es in dieser Studie erstmals um die Effizienz von Kombinationen - und nicht primär von Einzelsubstanzen - ging. Entscheidend wird sein, ob in beiden Behandlungsgruppen ein gleiches Maß an Blutdrucksenkung erreicht worden ist. Denn erst dann kann sich klinische Überlegenheit wirklich manifestieren.

Lesen Sie dazu auch:
Zwei moderne Blutdrucksenker schlagen Betablocker plus Thiazid

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »