Ärzte Zeitung, 31.10.2005

KOMMENTAR

Auf die Differenz kommt es an

Von Heinz Dieter Rödder

160 / 90 mmHg bei einem 60jährigen - vor noch nicht langer Zeit haben das viele Kollegen für einen optimalen Blutdruck gehalten. Dabei ist aber das KHK-Risiko dreifach erhöht im Vergleich zu 148 / 90 mmHg.

Man möchte es kaum glauben.

Doch dieses neue Ergebnis aus der PROCAM-Studie bestätigt schon ältere Daten aus der Framingham-Studie. Also Daten aus einer Zeit, als noch von einem Erfordernisblutdruck gesprochen wurde, frei nach der Formel 100 plus Lebensalter, und der Blick allein auf dem systolischen Blutdruck bei alten Menschen lag.

Ist aber die Blutdruckdifferenz bei Alten entscheidend, wie jetzt bestätigt wurde, hat das Konsequenzen für die Therapie. Dann wäre es wichtiger, diese Differenz klein zu halten, als den diastolischen Blutdruck unbedingt unter 80 mmHg zu bringen. Das sollte in Studien weiter geklärt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Systole minus Diastole bestimmt bei Alten das Risiko für eine KHK

Topics
Schlagworte
Bluthochdruck (1452)
Krankheiten
KHK (1983)
Personen
Heinz Dieter Rödder (50)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »