Ärzte Zeitung, 28.11.2005

Knöchel-Arm-Index ist fast schon ein Muß

Alte Hypertonie-Patienten / Hohe kardiovaskuläre Sterberate bei niedrigem Index / Ausführliche Diagnostik nötig

BERLIN (gvg). Die Bestimmung des Knöchel-Arm-Indexes ist gerade bei alten Patienten mit Hypertonie wichtig. Denn bei diesen Patienten korreliert der Wert besonders stark mit der Prognose.

Daten dazu hat Professor Harald Darius bei der Hochdruckliga-Tagung in Berlin vorgestellt. Bei einer neuen Auswertung der getABI-Studie (German epidemiological trial on ankle-brachial index) wurden speziell die Daten der Hypertoniker ausgewertet. In der get-ABI-Studie generell lag die Dreijahres-Sterberate von Menschen über 65 Jahren mit einem ABI unter 0,9 bei 11 im Vergleich zu vier Prozent bei normalen Werten (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Bei der gesonderten Auswertung der Daten der Patienten, die eine arterielle Hypertonie hatten, lag die Gesamtsterberate bei ABI-Werten unter 0,9 mit 11,1 Prozent zwar nur geringfügig höher als in der Gesamtstudie. Deutlich höher war aber mit fünf Prozent die kardiovaskuläre Sterberate bei den Hypertonikern im Vergleich zu 3,5 Prozent bei den Studienteilnehmern ohne Hypertonie.

Es gab dabei eine klare Abhängigkeit vom ABI: Bei einem normalen Wert zwischen 0,9 und 1,1 lag die kardiovaskuläre Sterberate bei 1,3 Prozent, also knapp über dem einen Prozent in der Gesamtpopulation mit Normalwert. Bei einem ABI zwischen 0,7 und 0,9 betrug die kardiovaskuläre Sterberate schon 3,7 Prozent, zwischen 0,5 und 0,7 waren es 7,1 Prozent und unter 0,5 gar 17,5 Prozent.

Insgesamt sei der ABI ein wesentlich besserer Prädikator für die kardiovaskuläre Mortalität als der Risikofaktor Hypertonie allein, sagte Darius, Internist am Klinikum Neukölln in Berlin. Ein niedriger ABI sollte Anlaß für eine umfangreiche kardiovaskuläre Diagnostik mit Carotis-Doppler, Ergometrie und Echokardiographie sein. So könne eine eventuelle kardiale oder zerebrale Gefährdung erkannt und gezielt Herzinfarkten und Schlaganfällen vorgebeugt werden.

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