Forschung und Praxis, 30.01.2006

Fixkombi mit Indapamid schützt auch das Herz

Eine frühe Hochdrucktherapie mit einer Kombination aus Perindopril und Indapamid hilft nicht nur bei der raschen Blutdruckeinstellung. Die Indapamid-Komponente könnte auch einen zusätzlichen Schutz für das Herz bedeuten.

Darauf machte in Berlin Professor Peter Trenkwalder aus Starnberg aufmerksam. Die Gründe für diesen Effekt des Thiazid-Diuretikums sind nach Auskunft des Experten noch unklar.

Hinweise gebe es aus der kürzlich publizierten PICXEL-Studie (Perindopril / Indapamide in a Double-blind Controlled Study Versus Enalapril in Left Ventricular Hypertrophy). 284 Hypertoniker wurden in dieser Studie ein Jahr lang entweder mit Enalapril oder mit einer Kombination aus 2 mg Perindopril und 0,625 mg Indapamid behandelt. Eine entsprechende Fixkombination wird vom Unternehmen Servier als Preterax® angeboten.

Einer der Endpunkte der Studie war die Entwicklung des linksventrikulären Massenindex (LVMI), ein echokardiographisch ermittelter Wert, der Aussagen über die Herzmuskelhypertrophie (LVH) ermöglicht. Der LVMI verringerte sich im Kombinationsarm um 13,6 Prozent.

In der Kontrollgruppe mit reiner ACE-Hemmer-Therapie waren es dagegen nur knapp vier Prozent (Journal of Hypertension 23, 2005, 2062). "Der Unterschied bleibt auch bestehen, wenn die stärkere Blutdrucksenkung bei Kombinationstherapie statistisch berücksichtigt wird", so Trenkwalder auf der von Servier unterstützten Veranstaltung.

In dieselbe Richtung deutet eine post-hoc-Analyse der LIFE-Studie. Bei Patienten, die im Verlauf der Studie zusätzlich zur Basismedikation (Losartan oder Atenolol) mit einer Indapamid-haltigen Kombination therapiert wurden, entwickelte sich die LVH stärker zurück als bei jenen, die eine Enalapril-haltige Kombination erhalten hatten. Die Effekte der Basismedikation wurden für diese Analyse herausgerechnet.

Schließlich hat die REASON-Studie (Preterax and Regression of Arterial Stiffness in a controlled double blind study) hinsichtlich der Rückentwicklung des LVMI einen statistisch signifikanten Vorteil der Kombination Perindopril / Indapamid im direkten Vergleich mit Atenolol ergeben, wie Trenkwalder betonte. (gvg)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »