Ärzte Zeitung, 03.05.2006

Sartan ist gute Wahl bei Hochdruck mit Gefäßschäden

Nierenschutz mit Olmesartan

WIESBADEN (grue). Der Angiotensin-Rezeptorblocker Olmesartan bremst Entzündungen am Gefäßendothel. Dies ist vermutlich ein wichtiger Beitrag zur Organprotektion. Für Hypertoniker mit metabolischer, renaler oder kardialer Erkrankung ist der Wirkstoff eine gute Alternative zu einem ACE-Hemmer.

Darauf hat Professor Holger Diedrichs von der Universität Köln auf einer Veranstaltung von Berlin-Chemie zum Internisten-Kongreß hingewiesen. Das Unternehmen bietet Olmesartan als Votum® an. "Bei Hypertonie-Patienten ohne Zusatzerkrankung wirken alle von der Hochdruckliga für die Primärtherapie empfohlenen Medikamente ähnlich gut, aber sobald Schäden an Herz oder Niere dazukommen, sieht die Sache anders aus", so Diedrichs.

Denn bei komorbiden Patienten stehe zwar die Blutdrucksenkung im Vordergrund, aber es gehe auch um Organschutz, erinnerte er. Aufgrund der Daten sei bei vielen Patienten eine Behandlung mit Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Systems zu empfehlen, zum Beispiel bei diabetischer Nephropathie, linksventrikulärer Hypertrophie und nach Schlaganfall.

"Zumindest bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit kommen Angiotensin-Rezeptorblocker zum Zug, für Hypertoniker mit Diabetes oder Nephropathie sind sie von vornherein eine besonders gute Wahl", sagte Diedrichs.

Eiweißausscheidung wird vermindert

Unter den Sartanen zeichne sich Olmesartan durch eine rasche und starke Wirkung aus. In experimentellen Studien ist für diesen Wirkstoff eine dosisabhängige Reduktion der Eiweißausscheidung und eine Verzögerung der funktionellen und morphologischen Nierenschädigung nachgewiesen worden. In der ROADMAP-Studie wird nun geprüft, ob Olmesartan bei Diabetikern mit Hypertonie eine Mikroalbuminurie verhindert. Die Fünf-Jahresstudie Studie hat 2004 begonnen.

Bereits beendet ist die EUTOPIA-Studie, an der Patienten mit Hypertonie und Mikroentzündung teilgenommen haben. Bei ihnen waren die Spiegel für die Entzündungsparameter hsCRP, IL-6 und ICAM-1 zunächst erhöht, sanken aber nach einer mehrwöchigen Therapie mit Olmesartan signifikant im Vergleich zu Placebo. "Angiotensin-Rezeptorblocker haben offenbar an den Blutgefäßen antientzündliche Wirkungen, die für Olmesartan besonders gut belegt sind", sagte der Hochdruckspezialist.

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