Ärzte Zeitung, 30.05.2007

Klänge von Mozart entspannen und senken den Blutdruck

"Mozart gegen Bluthochdruck" / Nephrologisches Zentrum in Göttingen untersucht die Wirkung von klassischer Musik auf den Körper

GÖTTINGEN (pid). Gegen Bluthochdruck helfen nicht nur Medikamente. Auch Musik von Mozart kann blutdrucksenkend wirken. Diese Erfahrung machten Teilnehmer einer ungewöhnlichen Veranstaltung im Deutschen Theater in Göttingen.

Orchester im Einsatz: In Göttingen wurde untersucht, welche Wirkung Musik auf den Blutdruck hat. Foto: dpa

Bei Vorträgen und einem Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters ließen sich mehrere Testpersonen, darunter auch Patienten mit Hypertonie, regelmäßig den Blutdruck messen. Die Werte wurden mittels Funk an einen Computer übertragen. Ergebnis der Langzeitmessungen: Bei allen Testpersonen sank während des Konzertes der Blutdruck, am niedrigsten und stabilsten waren die Ergebnisse bei Mozartklängen.

Zu der Veranstaltung "Mozart gegen Bluthochdruck" hatten anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages das Nephrologische Zentrum Göttingen, der Deutsche Hausärzteverband und das Symphonieorchester eingeladen. Etwa 350 Besucher informierten sich über Möglichkeiten der Prävention, Früherkennung und Behandlung bei Bluthochdruck. Dr. Thomas Suermann aus Göttingen, Präventionsbeauftragter der Ärztekammer Niedersachsen, betonte dabei, dass mangelnde Bewegung, eine zu fettreiche Ernährung und Übergewicht wesentliche Risikofaktoren seien: "Jedes Kilo, das Sie abnehmen, senkt Ihren Blutdruck", erinnerte er die Zuhörer.

Über einen anderen Weg der Blutdrucksenkung berichtete der Pharmakologe Professor Björn Lemmer von der Universität Heidelberg. Er stellte eine Studie vor über die Auswirkung von Musik auf den Blutdruck von Ratten. Dabei zeigte sich, dass Mozartklänge auch bei hoher Lautstärke auf Ratten beruhigend wirkten. Die Musik des im vergangenen Jahr gestorbenen Komponisten György Sándor Ligeti ließ dagegen den Blutdruck ansteigen.

Der "Praxistest" beim anschließenden Konzert des Göttinger Symphonieorchesters ergab, dass Mensch und Ratte sich in diesem Punkt ähnlich sind. Alle drei Minuten wurden bei den Testpersonen die Werte gemessen. Ergebnis: Als das Orchester unter dem Chefdirigenten Christoph Mueller die ersten Klänge der Pariser Symphonie von Mozart spielte, ging bei allen Testpersonen der Blutdruck herunter. Und auch wenn es um die Herzfrequenz ging, schnitt die Musik von Mozart am besten ab: Bei seiner Musik lag sie im Schnitt bei 70, bei den Komponisten Beethoven und Haydn bei 75.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »