Ärzte Zeitung, 21.06.2007

KOMMENTAR

Klare Aussagen zur Individual-Therapie

Von Heinz Dieter Rödder

Zu klaren Aussagen haben sich Europas Hypertensiologen und Kardiologen in ihren neuen Leitlinien zur Hypertonie gemeinsam durchgerungen.

Für die blutdrucksenkende Behandlung von Hypertonikern, die bereits Organschäden haben, wird jetzt generell als Zielwert 130/80 mmHG empfohlen. Dies gilt nicht mehr nur für Diabetiker, sondern unabhängig davon, von welcher Grunderkrankung das hohe kardiovaskuläre Risiko eines Hypertonikers herrührt.

Fast noch wichtiger in den Leitlinien sind die eindeutigen Hinweise zu einer individuellen Auswahl von Blutdrucksenkern. Sie sind ein Schlag ins Gesicht derer, die Einen für Alle wollen. Und: Hier findet sich ein klares Bekenntnis dazu, bei Diabetes und beim metabolischen Syndrom Substanzen einzusetzen, die in das Renin-Angiotensin-System eingreifen. Die Wissenschaftler aus den europäischen Ländern fanden die Studien-Belege dazu überzeugend.

Europäische Leitlinien auf Englisch und im Internet sind schön. Doch für eine breite Umsetzung auf nationaler Ebene ist das nicht genug. Dazu braucht es zum Beispiel eine Übersetzung der wichtigsten Fakten in die Landessprachen und nationale Empfehlungen. Hier sind die nationalen Fachgesellschaften gefragt.

Und es braucht Kollegen in den Praxen, die sich noch mehr, als sie es bisher schon tun, für die effektive Therapie ihrer Hypertoniker engagieren - denn dass es da in Deutschland noch Einiges zu erreichen gibt, ist bekannt.

Lesen Sie dazu auch:
Neue Zielwerte für Hypertoniker

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