Ärzte Zeitung, 27.09.2007

Das Wie ist wichtig bei der Drucksenkung

Neue Erkenntnisse aus Studie mit Losartan sprechen für Sartantherapie / Organprotektion macht den Unterschied

WIEN (HR). Seit vor fünf Jahren die Hauptergebnisse der LIFE-Studie veröffentlicht worden sind, wird unter Herz-Kreislauf-Spezialisten darüber diskutiert, ob wirklich richtig ist, was LIFE* ergeben hat: Nämlich dass es nicht nur darauf ankommt, dass zu hoher Blutdruck gesenkt wird, sondern auch darauf, wie er gesenkt wird: Am besten mit einem Sartan.

Bleibt der Blutdruck zu hoch, kommt es auf die Pharmakotherapie an. Foto: zb

Denn mit LIFE war gezeigt worden, daß mit dem AT1-Blocker Losartan (Lorzaar®) bei Hypertonie-Patienten das kombinierte Risiko für Mortalität, Schlaganfall und Herzinfarkt signifikant um 13 Prozent und für Schlaganfall allein um 25 Prozent stärker reduziert werden kann als mit dem Betablocker Atenolol.

Aber lag es wirklich nur am Losartan? Könnten bei den beiden Patientengruppen, die in LIFE verglichen wurden, nicht Unterschiede im Ausmaß der Blutdrucksenkung oder Unterschiede bei der Zusatzmedikation in einer Gruppe den Ausschlag gegeben haben?

Neue Erkenntnisse aus der LIFE-Studie präsentiert

Professor Richard Devereux aus New York, einer der Studienleiter von LIFE hat Antworten in den Daten gesucht. Und Antworten auf die Frage, worauf die Überlegenheit von Losartan zurückzuführen sein könnte. Neue Erkenntnisse hat er kürzlich publiziert**, einige hat er in Wien beim Kongress der europäischen Kardiologen präsentiert.

Wie er bei einem Satelliten-Symposium des Arzneimittelherstellers MSD zum Kongress erklärte, könnte die Rückbildung von Schäden bei Herz und Nieren eine Ursache für den Erfolg des Sartans sein. So kommt es mit dem AT1-Blocker zu einer Verbesserung bei der linksventrikulären Hypertrophie, einer geringeren Rate von Vorhofflimmern und zu einer stärkeren Reduzierung der Albumin-Ausscheidung im Urin als mit Atenolol.

Bemerkenswerte und anhaltende Unterschiede sowohl bei der Blutdrucksenkung, bei den Blutdruckprofilen als auch bei der Zusatzmedikation jedenfalls gab es nicht in den beiden Patientengruppen. Nicht am Ende der Studie und auch nicht bei den Kontrollbesuchen zwischendurch. Zwar gab es einen Trend zu einer etwas stärkeren Senkung des systolischen Blutdrucks mit Losartan und einen Trend zu einer etwas stärkeren Senkung des diastolischen Blutdrucks mit Atenolol, aber der mittlere arterielle Blutdruck war weitgehend gleich.

Auch bei der Einnahme von Diuretika oder anderen Medikamenten, die zusätzlich genommen wurden, unterschieden sich die Gruppen nicht.

Womit es wohl doch dabei bleibt, daß es nicht nur darauf ankommt dass der Blutdruck gesenkt wird, sondern auch wie.

*Das Akronym LIFE bedeutet: Losartan Intervention for Endpoint Reduction in Hypertension, Studie mit über 9.000 Hypertonie-Patienten

** Veröffentlicht in "Current Medical Research and Opinion"

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