Ärzte Zeitung, 17.01.2008

INTERVIEW

"Nach dem Cardio Update sind die Kollegen auf dem neuesten Stand"

Wichtige aktuelle Studien zu 14 Teilbereichen der Kardiologie, die Einordnung der Daten für die Praxis, Tipps für die Umsetzung und spannende Diskussionen - das alles bieten namhafte Referenten beim Cardio Update 2008 am 15. und 16. Februar in Wiesbaden. "Nicht unumstritten sind etwa die neuen Empfehlungen für Koronarinterventionen", so Professor Heinz-Peter Schultheiss aus Berlin zur "Ärzte Zeitung". Das Cardio Update ist mit 16 CME-Punkten zertifiziert.

 "Nach dem Cardio Update sind die Kollegen auf dem neuesten Stand"

"Es gibt eine immer engere Kooperation zwischen Praktikern, Kardiologen und Kliniken." Professor Heinz-Peter Schultheiss Charité Berlin

"Ärzte Zeitung": Inwieweit können auch Nicht-Kardiologen vom Cardio Update profitieren?

Professor Heinz-Peter Schultheiss: Namenhafte Spezialisten werden die Entwicklungen in der Kardiologie des Jahres 2007 in Wiesbaden vorstellen. Zum Beispiel neue Erkenntnisse zu KHK, akutem Koronarsyndrom und Herzinfarkt, zu Rhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen oder pAVK. Die Teilnehmer bekommen pro Teilgebiet innerhalb einer Stunde ganz komprimiert die neuesten Entwicklungen erläutert. Und das Ganze wird immer in einen Kontext mit dem gestellt, was bisher üblich oder gebräuchlich war. Kollegen, die die zwei Tage zuhören, sind, was Diagnostik und Therapie betrifft, auf dem neuesten Stand.

"Ärzte Zeitung": Warum ist das auch für niedergelassene Internisten und Hausärzte wichtig?

Schultheiss: Ein wichtiges Thema unserer Zeit ist die Synchronisierung der Therapie. Wir können die Patienten heute nicht mehr so lange in der Klinik lassen, weil wir nicht mehr die Betten haben und zudem reglementierte Liegezeiten. Wir machen also oft in der Klinik die Diagnostik, beginnen mit der Therapie, müssen aber die Patienten frühzeitig entlassen. Und dann muss die Therapie draußen gemacht werden. Das heißt, es gibt eine immer engere, gegenseitig abhängige Kooperation zwischen niedergelassenen Praktikern, Internisten, Kardiologen und Kliniken.

Das gilt auch für die Diagnostik. Zum Praktiker gehen Patienten ja oft zuerst. Wichtig ist, dass der Kollege erkennt: Das könnte ja dies und das sein - jetzt schick ich den Patienten zum Kardiologen weiter. Der schickt ihn gegebenenfalls zu invasiver Diagnostik in die Klinik, und dann kommt der Patient wieder zurück.

"Ärzte Zeitung": Chirurgen und Internisten sind sich ja oft nicht einig - auch nicht beim Thema Herz.

Schultheiss: Richtig - und da wird es spannende und kritische Diskussionen geben. Ein zurzeit ganz aktuelles Thema wird natürlich auch in Wiesbaden aufgegriffen: Wann ist eine Koronarintervention per Katheter indiziert, wann eine Operation? Es gibt neue Empfehlungen, die nicht ganz unumstritten sind. Diskussionen gibt es auch bei den Herzklappen: Wann können wir in Zukunft per Katheter die Herzklappen angehen? Und: Die Teilnehmer sind ausdrücklich eingeladen, mit zu diskutieren. (gwa)

Das Cardio Update 2008 findet am 15. und 16. Februar in Wiesbaden statt. Informationen und Anmeldung auf: www.cardio-update.com

Zur Person

Professor Heinz-Peter Schultheiss ist Ärztlicher Leiter des Charité Centrums für Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin und Direktor der Medizinischen Klinik II - Kardiologie und Pulmologie, Charité Berlin, Campus Benjamin Franklin. Foto: med update

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