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Blutdrucksenkende Therapie ist auch für Hypertoniker über 80 Jahren wichtig

WIESBADEN (Rö). "Es gibt keine Entschuldigung mehr, einen alten Menschen nicht blutdrucksenkend zu behandeln." Das hat der Hypertonie-Spezialist Professor Rainer Kolloch beim Cardio update in Wiesbaden betont. Denn der Nutzen ist seit letztem Jahr durch die HYVET-Studie erstmals eindeutig belegt. Diese Studie aus dem vergangenen Jahr sei zurecht viel beachtet worden, so Kolloch.

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In der Studie wurde bei den Patienten im Alter über 80 Jahren mit systolischem Blutdruck über 160 mm Hg durch blutdrucksenkende Therapie im Vergleich zu Placebo die kardiovaskuläre Sterteberate um 23 Prozent vermindert, die Gesamtsterberate war um 21 Prozent niedriger, die Schlaganfallrate um 30 Prozent und die Herzinsuffizienz-Rate war um 64 Prozent geringer. Erreicht wurde dies durch eine Blutdrucksenkung im Vergleich zu Placebo um 15 / 6 mm Hg. Ernsthafte unerwünschte Wirkungen waren mit 448 häufiger bei Placebo als mit 358 bei der Verum-Therapie.

Die 3845 Teilnehmer der Studie hatten ein mittleres Alter von 84 Jahren und einen Blutdruck von 173 zu 91 mm Hg. Sie wurden mit Placebo oder mit 1,5 mg Indapamid pro Tag behandelt. Bei Nichterreichen des Zielblutdruckes von 150 / 80 mm Hg konnte der ACE-Hemmer Perindopril in einer Dosis von 2 bis 4 mg pro Tag hinzugefügt werden.

Die Studie musste vor der geplanten Laufzeit von zwei Jahren vorzeitig beendet werden, da die positiven Effekte der Behandlung im Vergleich zu Placebo eindeutig waren. Im Vergleich zu Placebo lag der Blutdruck bei den aktiv antihypertensiv behandelten Patienten um 15 mmHg systolisch und sechs Millimeter Hg diastolisch niedriger.

"Die Ergebnisse der Studie sind eindrucksvoll und überzeugend und fordern dazu auf, auch Patienten im höheren Lebensalter ohne terminale Begleiterkrankungen antihypertensiv zu behandeln", kommentierte der Hypertonie-Spezialist vom Evangelischen Krankenhaus Bielefeld. Die Daten der Studie füllten eine wesentliche Datenlücke. Es seien jedoch einige methodische Anmerkungen zu machen: Die Studienteilnehmer waren gesünder als die meisten Menschen im Alter über 80 Jahren. Und nur ein Drittel hatten eine isolierte systolische Hypertonie. Dies ist sonst die übliche Hochdruckform bei den älteren Patienten. Insgesamt erreichten nur ungefähr 50 Prozent das Therapieziel von 150 / 80 mm Hg. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf das Diuretikum Indapamid und den ACE-Hemmer Perindopril.

Die Studie sei auch aus diesem Grund wichtig, so Kolloch: Aufgrund der demografischen Entwicklung seien Hypertoniker im Alter über 80 Jahren ein zunehmend wachsender Teil der Population. Die systolische Hypertonie sei in diesem Alter nahezu regelhaft.

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