Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Kurzer Schlaf treibt Blutdruck hoch

Für jede fehlende Stunde Schlaf steigt das Risiko, eine Hypertonie zu entwickeln, um ein Drittel

CHICAGO (Rö). Menschen, die kurz und schlecht schlafen, haben ein erhöhtes Risiko, eine Hypertonie zu entwickeln. Das hat jetzt eine Studie belegt.

Gesunder, ausreichender Schlaf ist auch eine Methode, der Entwicklung einer Hypertonie vorzubeugen.

Foto: Andreas F.@fotolia.de

Gibt es eine Assoziation zwischen Schlafqualität und dem Blutdruck? Das hat Dr. Kristen L. Knutsen von der Universität in Chicago im US-Staat Illinois in einer Studie mit Patienten in mittlerem Alter ermittelt. Die Studie ist Bestandteil der CARDIA-Studie. Analysiert wurden die Daten von 578 Personen, die zwischen 33 und 45 Jahre alt waren (Arch Intern Med 169, 2009, 1056).

Das Ziel der Studie war zu entscheiden, ob die objektiv gemessene Schlafdauer oder -intensität mit der Wahrscheinlichkeit korreliert war, in fünf Jahren eine Hypertonie zu entwickeln.

Ergebnis: Es zeigte sich, dass eine Schlafdauer von weniger als acht Stunden und ein weniger fester Schlaf beide signifikant mit dem Risiko für höheren systolischen und diastolischen Blutdruckwerten einhergingen und zwar unabhängig von einer Reihe weiterer untersuchter Variablen. Für jede Stunde weniger Schlaf war die Wahrscheinlichkeit, einen Bluthochdruck zu entwickeln, um 37 Prozent erhöht. Damit war bei den Studienteilnehmern, die täglich weniger als sechs Stunden schliefen, die Prävalenz des Bluthochdrucks etwa 70 Prozent höher als bei denen mit einer Schlafdauer von acht Stunden.

Schnarchen, das ein bekannter Risikofaktor für Hypertonie ist, kann den Zusammenhang nicht erklären, denn der statistische Zusammenhang in der Studie blieb auch erhalten, wenn Personen, die schnarchten, aus der Auswertung ausgeschlossen wurden. Frühere Untersuchungen haben bereits ergeben, dass bei Menschen, die schlecht schlafen, bei Laboruntersuchungen mehrere Hinweise gefunden worden waren, die auf eine erhöhte sympathische Aktivität hindeuten, was bekanntlich den Blutdruck steigert.

Lesen Sie dazu auch:
Jeder dritte Herzkreislauftod lässt sich verhindern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »