Ärzte Zeitung, 06.07.2009

Ernst nehmen: Maskierte Hypertonie

Am besten ist die 24-Stunden-Messung

MAILAND (Rö). Fast jeder zweite Patient mit einer maskierten Hypertonie entwickelt innerhalb von zehn Jahren eine manifeste Hypertonie, melden Kollegen aus Mailand. Um früh Veränderungen bei den Blutdruckwerten im Tagesverlauf zu erkennen, setzen sie auf die 24-Stunden-Blutdruckmessung.

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler um Dr. Giuseppe Mancia von der Universität Mailand-Bicocca bei 1412 Menschen über einen Zeitraum von zehn Jahren immer wieder Daten erhoben. Die Arbeitsgruppe wollte damit herauszufinden, wie viele in dieser Zeit eine Hypertonie entwickeln. Die italienischen Hypertensiologen teilten die Studienteilnehmer in drei Gruppen ein: Menschen mit normalem Blutdruck, Menschen mit Weißkittel-Hypertonie und solche mit maskierter Hypertonie, also Menschen, die in der Arztpraxis stets normale Werte haben, bei denen unter anderen Bedingungen die Werte aber erhöht sind.

Nach zehn Jahren waren von den Patienten, die ursprünglich eine Weißkittel-Hypertonie hatten, 43 Prozent echte Hypertoniker geworden. In der Gruppe mit maskierter Hypertonie hatten sogar 47 Prozent bis zu diesem Zeitpunkt eine echte Hypertonie entwickelt, von den Studienteilnehmern mit ursprünglich normalem Blutdruck aber nur 18 Prozent.

Bestätigt wurde in der Studie auch, dass Selbstmessungen zuverlässigere Werte liefern als Messungen in der Praxis. Am besten ist die 24-Stunden-Messung, aber auch am aufwendigsten.

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