Ärzte Zeitung, 15.03.2010

Drei Gramm Salz weniger - Infarktrate sinkt dramatisch

In den USA würde die Zahl vorzeitiger Todesfälle jährlich um 50 000 sinken

SAN FRANCISCO (Rö). Salz zu sparen hat drastische Effekte für die Gesundheit. Aktuelle Zahlen für die USA belegen das erneut. Nur drei Gramm Salz täglich weniger würde dort bedeuten: 100 000 Herzinfarkte und Schlaganfälle jährlich weniger. Und 50 000 Menschen würden nicht vorzeitig sterben.

Drei Gramm Salz weniger - Infarktrate sinkt dramatisch

Weniger Salz - weniger Hochdruck. © Niehoff / imago

Diese Zahlen stammen von einer aktuellen Datenanalyse für die USA. Dazu hat Dr. Kirsten Bibbins-Domingo aus San Francisco das Coronary Heart Disease Policy Model verwendet (The New England Journal of Medicine 362, 2010, 590). Würden die US-Bürger täglich im Schnitt nur drei Gramm Kochsalz weniger verbrauchen, gäbe es dort jährlich 60 000 bis 120 000 weniger neue Patienten mit koronarer Herzkrankheit, 32 000 bis 66 000 weniger Schlaganfälle und 54 000 bis 99 000 weniger Todesfälle.

Alle Bevölkerungsgruppen hätten einen Nutzen, so das Ergebnis. Frauen würden besonders von der verminderten Schlaganfallrate profitieren, ältere Menschen vom Rückgang der Rate an kardiovaskulären Ereignissen und jüngere Menschen generell von der Minderung vorzeitiger Todesfälle.

Gespart würden auch 200 000 bis 400 000 qualitätsadjustierte Lebensjahre sowie die gewaltige Summe von 10 bis 24 Milliarden US-Dollar jährlich.

Auch in Deutschland sollte jeder auf 3 g Salz täglich verzichten. Denn hier verzehren Männer täglich 9 g Salz, Frauen 7 g. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Richtwert 6 g täglich. Wer täglich ein Drittel weniger Salz als gewohnt zu sich nimmt, mindert sein Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um ein Viertel.

[15.03.2010, 17:09:18]
Dipl.-Psych. Alfons Baumeister 
Unwissenschaftlich
Die vorgelegten "aktuellen Zahlen" sind nichts anderes als die Hochrechnung aus unbelegbaren hypothetischen Annahmen. Sie erfüllen keinerlei statistische oder epidemiologische Evidenz, suggerieren aber eine erkenntnistheoretische abgesicherte Aussage. Widersprechende abgesicherte Studien, wie sie Prof. Luft aus Berlin, Prof. Stumpe aus Bonn oder Prof. Füsgen, der bei Senioren sogar vor möglichem Salzmangel warnt, werden völlig ignoriert. Hinweise, dass Salzmangel sogar zur Erhöhung der Blutfette führen könnte, nicht zur Kenntnis genommen. Es scheint, dass hier eine Meinung, aber keine wissenschaftliche Erkenntnis bedient werden soll. Übermorgen wird es wieder in den Zeitungen ebenso verkürzt stehen. Cui bono? zum Beitrag »

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