Ärzte Zeitung, 06.11.2013

Signalweg entdeckt

Erfolg bei Pulmonaler Hypertonie

Forscher der Uni Bonn haben einen Signalweg entschlüsselt, der zu Lungenhochdruck führt - ein potenzieller Ansatzpunkt für neue Arzneien.

BONN. Einen Signalweg, der bei Lungenhochdruck vom Sauerstoffmangel zur Gefäßverengung in der Lunge führt, haben Forscher des Instituts für Physiologie I und des Instituts für Molekulare Psychiatrie des Life & Brain Zentrums der Uni Bonn zusammen mit Forschern des Instituts für Physiologische Chemie des Uniklinikums Mainz entschlüsselt (PNAS 2013; online 28. Oktober).

Sinkt der Sauerstoffgehalt in den Gefäßen, die das Lungenbläschen umgeben, bildet sich vermehrt Arachidonylethanolamid (AEA), ein vom Körper produziertes Cannabinoid. Es wird daraufhin durch das Enzym FAAH zu Lipidmediatoren verstoffwechselt, die direkt für die Gefäßverengung verantwortlich sind.

Den Signalweg entdeckten die Forscher, indem sie in so genannten Knockout-Mäusen das Gen für FAAH stumm schalteten und damit die Signalkette unterbrachen. Trotz des Sauerstoffmangels stieg der Druck in den Lungengefäßen kaum an.

"Das Enzym FAAH musste also eine Schlüsselrolle spielen", wird Dr. Daniela Wenzel vom Institut für Physiologie I zitiert. Nach diesem Muster blockierten die Forscher nacheinander die einzelnen Schalter des vermuteten Signalwegs.

Jedes Mal blieb ein deutlicher Druckanstieg in den Lungengefäßen der Mäuse aus. "Das zeigte uns, dass wir die wichtigen Bestandteile der Signalkette erfasst haben", so Wenzel.

Das Forscherteam konnte darüber hinaus unter anderem mit massenspektrometrischen Messungen an menschlichen Zellen aufklären, dass die glatten Muskelzellen der Lungengefäße für die Gefäßverengung verantwortlich sind.

"Der Lungenhochdruck lässt sich bislang nicht heilen, sondern nur abmildern", erinnert Wenzel. Die Forscher hätten bereits im Mausmodell gezeigt, dass ein Hemmstoff, der FAAH blockiert, die Ausbildung von Lungenhochdruck verhindern kann, berichtet die Uni Bonn. Allerdings bestehe noch weiterer Forschungsbedarf, ob dieser Wirkstoff auch für den Menschen in Frage kommt. (eb)

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