Glaukom

Bluthochdruck setzt Augen unter Druck

Fällt der Blutdruck über Nacht zu stark, stört das die Durchblutung des gesamten Auges.

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MÜNCHEN. Jeder zweite Patient mit Glaukom hat auch eine Hypertonie. Und: Studien haben ergeben, dass ein erhöhter Blutdruck auch den Augeninnendruck ein wenig in die Höhe treibt.

"Viel schädlicher für das Auge aber ist ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus des Blutdrucks", wird Professor Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz, in einer Mitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zitiert.

Bei Gesunden schwankt der Blutdruck bekannterweise je nach Tageszeit und ist nachts normalerweise etwas niedriger als am Tag.

Fällt der Blutdruck jedoch über Nacht zu stark, stört das die Durchblutung des gesamten Auges, zumal der Augeninnendruck im Liegen höher ist und damit die Durchblutung gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss. Insbesondere Netzhaut und Sehnerv können dann Schaden nehmen.

Besonders gefährdet für solche Durchblutungsstörungen seien Menschen mit einem ohnehin zu niedrigen Blutdruck, so die DOG in ihrer Mitteilung.

Allerdings gebe es auch einige Arzneien, die den Blutdruck nachts fallen lassen. Das betreffe sowohl systemische als auch einige am Auge angewendeten Medikamente.

DOG und die Deutsche Hochdruckliga (DHL) befürworten eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenärzten, Hausärzten und Hypertensiologen. "Eine Absprache zwischen Augenarzt und Hausarzt oder Hypertensiologen erscheint hier sinnvoll, um sowohl Bluthochdruck als auch Glaukom langfristig optimal zu kontrollieren", erklärt DHL-Präsident Professor Martin Hausbergin der Mitteilung.

Hausärzte sollten ihre Blutdruckpatienten ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Glaukomvorsorge schicken. (eb)

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