Ärzte Zeitung, 21.06.2013

"Tag des Cholesterins"

Jeder Dritte hat erhöhte Blutfettwerte

MÜNCHEN. Am 21. Juni ist bundesweiter "Tag des Cholesterins". "Im Wissen liegt die Chance, möglichen Erkrankungen frühzeitig entgegenzusteuern", teilt die DGFF (Lipid-Liga) e. V. (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen) mit.

Sie haben den Aktionstag 2003 ins Leben gerufen.Laut Statistischem Bundesamt geht nach wie vor fast jeder zweite Todesfall in Deutschland auf eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems zurück (2011: 40,2 Prozent; 145.500 Männer, 196.000 Frauen).

Hauptursache ist die Atherosklerose. Ein zu hoher Cholesterinspiegel und eine zu hohe Triglyzeridkonzentration sind neben Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, bauchbetontem Übergewicht und Bewegungsmangel die wichtigsten Risikofaktoren.

Sechs von zehn Erwachsenen kennen Cholesterinwerte nicht

Rund um den 11. Aktionstag leistet die DGFF Lipid-Liga viel Aufklärungsarbeit, sie motiviert dazu, die Blutfettwerte testen zu lassen und einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung zu pflegen.

In ihrem 67-seitigen Ratgeber "Bessere Cholesterinwerte auch ohne Medikamente” (ISBN 978-3-9806477-0-0, 16,80 Euro zzgl. Versandkosten) setzt sich die DGFF mit Mythen rund um die alternative Cholesterinsenkung auseinander und zeigt auf, dass ein bewusster Lebensstil in vielen Fällen bereits die Reduktion des Cholesterins in den gewünschten Zielbereich bewirken kann.

Das Gesundheitsbewusstsein müsse gestärkt werden, fordert die DGFF Lipid-Liga: Etwa 60 Prozent der Erwachsenen kennen ihre (LDL-)Cholesterinwerte nicht, circa 30 Prozent weisen erhöhte Werte auf - das haben Messungen bei bisherigen Aktionstagen ergeben.

Cholesterin-Check beim Arzt

Das Tückische: Erhöhte Cholesterinwerte tun nicht weh. Die DGFF rät, die Blutfettwerte LDL, HDL und Triglyzeride schon ab dem zehnten Lebensjahr bestimmen zu lassen, etwa im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen.

Ab dem 35. Lebensjahr kann man zumindest das Gesamtcholesterin alle zwei Jahre kostenlos beim Hausarzt ermitteln lassen.

Die DGFF fordert allerdings eine Ausweitung der Blutanalyse zur Bestimmung der LDL- sowie HDL-Cholesterinkonzentration und der Triglyzeride. Auf eigene Kosten ist ein Schnelltest der Blutfettwerte auch in der Apotheke möglich.

Die Bedeutung des Nahrungscholesterins als ursächlicher Faktor für erhöhtes Cholesterin wird vielfach überschätzt, erklärt die DGFF Lipid-Liga.

Dennoch empfehlen die Mediziner im Rahmen einer Lebensstiländerung eine Reduktion der Gesamtfettzufuhr auf 60 Gramm pro Tag und eine Verminderung des Nahrungscholesterins auf unter 300 Milligramm pro Tag.

Zwei Mal wöchentlich Fisch

Die Fettqualität in den Lebensmitteln habe eine weitaus bedeutsamere Auswirkung auf die Höhe des LDL-Cholesterins als die Reduktion des Nahrungscholesterins. Daher sollte diese optimiert werden.

Die DGFF Lipid-Liga rät zu zwei Mal wöchentlich Fisch. Lachs, Scholle und Hering sind reich an Omega 3-Fettsäuren, die das HDL-Cholesterin vermehren. Auch sollte man auf natives Oliven- und Rapsöl umsteigen.

Der Anteil gesättigter Fette sollte mindestens auf unter zehn Prozent (bzw. Auf unter sieben Prozent bei erhöhtem LDL-Cholesterin) der Energiezufuhr reduziert werden.Fertiggerichte, Back- und Süßwaren, Pommes frites und Trockensuppen sollten möglichst selten verzehrt werden.

Grund: Bis zu 30 Prozent ihres angegebenen Fettgehalts sind gehärtete Fette (trans-Fettsäuren), die das schlechte LDL-Cholesterin im Blut erhöhen und das gute HDL-Cholesterin senken. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »