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Rheuma-Arznei kann auch Blutfette reduzieren

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KIEL. Das Rheumamedikament Tocilizumab kann den Gehalt von Lipoprotein A (Lp(a)) im Blut senken, heißt es in einer Mitteilung des Exzellenzclusters Entzündungsforschung. Eher zufällig bemerkten die Forscher, dass Erkrankte mit einer Rheumatoiden Arthritis, die mit dem Medikament Tocilizumab behandelt wurden, einen auffällig niedrigen Lp(a)-Gehalt aufwiesen.

In einer Kohorte mit 2000 Teilnehmern aus der norddeutschen Bevölkerung untersuchten die Forscher, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Lp(a)-Gehalt und Interleukin-6 gibt (J Lipid Res 2015; 56: 1034-1042).

"Dabei trat ein erhöhter IL-6 Gehalt zusammen mit einem erhöhten Lp(a)-Gehalt im Blut als auch in der Leber auf, dem Ort, wo die besonders risikoreiche Komponente des Lp(a) gebildet wird", wird Dr. Nike Müller, Erstautorin der Studie zitiert. Diesen Zusammenhang wies das Team mithilfe verschiedener unabhängiger Methoden nach.

Nach den fundierten Analysen sei der positive Einfluss des Rheumamedikaments auf den Lp(a)-Gehalt nachweislich vorhanden.

"Wir wissen jetzt, dass die Therapie mit Tocilizumab gleich zwei Erkrankungen behandelt: Die rheumatoide Arthritis und erhöhtes Lp(a). Wenn das Präparat zukünftig auch eine Zulassung für die Behandlung von erhöhten Lp(a) Werten im Allgemeinen bekäme, hätten wir Mediziner eine gute Handlungsgrundlage, um das Medikament auch bei betroffenen Patientinnen und Patienten ohne Vorliegen einer rheumatoiden Arthritis gezielt einzusetzen, als Alternative zur Dialyse. Dies würde die Therapie dieser Fettstoffwechselstörung für Ärztinnen und Ärzte sowie Erkrankte erheblich vereinfachen", berichtet Studienleiter Professor Matthias Laudes in der Mitteilung. (eb)

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