Ärzte Zeitung, 11.05.2004

Beim Herzinfarkt wird immer noch Zeit verloren

MANNHEIM (wst). Bei herzinfarktverdächtigen Beschwerden sollten Patienten oder deren Angehörige den Notarzt statt den Hausarzt rufen, appelliert Professor Hans-Jürgen Becker von der Deutschen Herzstiftung.

Denn bei Hausärzten nimmt üblicherweise eine Arzthelferin Telefonanrufe entgegen. Würden dann Symptome und Verdacht nicht offensiv und sehr dringlich geschildert, bestehe Gefahr, daß die Angestellte die Arbeit des Arztes nicht sofort unterbrechen wolle, sagte Becker bei einer Pressekonferenz zum Kardiologenkongreß in Mannheim.

Damit ein Notarztanruf von jedem Ort der Bundesrepublik aus möglichst schnell und einfach möglich ist, wären einheitliche Notrufnummern wünschenswert, sagte der Kardiologe Dr. Thomas Meinertz aus Hamburg.

Auch würden Überlebens- und Heilungschancen verschenkt, weil Rettungswagen mit Infarktpatienten immer noch ins nächste Krankenhaus und nicht in die oft nur wenige Kilometer weiter entfernte nächste Klinik mit internistischer Intensivstation und Katheterlabor fahren, kritisierte Meinertz.

Topics
Schlagworte
KHK / Herzinfarkt (2003)
Krankheiten
Herzinfarkt (2805)
Personen
Thomas Meinertz (34)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »