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Neue Therapie-Alternative bei Angina pectoris in Sicht

MÜNCHEN (sto). Zur Behandlung von Patienten mit stabiler Angina pectoris steht mit dem Ionenkanal-Blocker Ivabradin demnächst ein neuer Wirkstoff als weitere Alternative zur Verfügung. Ivabradin senkt nur die Herzfrequenz, ohne jedoch den Blutdruck, die Herzkontraktilität und die linksventrikuläre Funktion zu verändern.

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Ein Präparat mit dem neuen Wirkstoff Ivabradin soll unter dem Handelsnamen Procoralan® voraussichtlich im nächsten Jahr zugelassen werden. Die Substanz hemmt selektiv und spezifisch einen Ionenkanal der Schrittmacherzellen des Sinusknotens (den sogenannten Funny-Ionenkanal, If). Dadurch wird der Verlauf der diastolischen Depolarisation beeinflußt, und die Herzfrequenz und der myokardiale Sauerstoffbedarf werden gesenkt.

Die koronare Durchblutung verbessere sich dabei, berichtete Professor Nicolas Danchin aus Paris beim Europäischen Kardiologie-Kongreß in München. In den klinischen Studien mit inzwischen mehr als 4500 Herzpatienten mit stabiler Angina pectoris seien unter Iva- bradin die meisten der sonst üblichen unerwünschten Wirkungen und Kontraindikationen einer Anti-Angina-pectoris-Behandlung nicht oder seltener aufgetreten, erklärte Danchin bei einem Satellitensymposium des Unternehmens Servier. Für viele Patienten eröffneten sich dadurch ganz neue Therapie-Optionen.

Durch Senkung der Herzfrequenz werde der Schutz vor Ischämien verbessert. Auch würden die Zahl von Angina-pectoris-Anfällen und auch das Risiko, an einem plötzlichen Herztod zu sterben, reduziert, berichtete Professor Jeffrey Borer aus New York. In den klinischen Studien habe während der dreimonatigen Behandlung die Wirksamkeit nicht abgenommen. Auch habe sich die Symptomatik nach Absetzen der Substanz nicht verschlechtert.

Ivabradin sei ähnlich wirksam wie Amlodipin, berichtete Professor Kim Fox aus London. In einer Studie mit 1200 Patienten wurde Ivabradin in einer Dosierung von 7,5 und 10 mg zweimal täglich mit Amlodipin 10 mg einmal täglich verglichen. In allen Gruppen habe sich die Belastbarkeit verbessert und die Zahl der Angina- pectoris-Anfälle verringert. Der myokardiale Sauerstoffbedarf in Ruhe und unter Belastung sei unter Ivabradin jedoch deutlich geringer gewesen als bei Amlodipin, berichtete Fox. Knöchelödeme, Hypotonie oder negative inotrope Effekte seien unter Ivabradin nicht gesehen worden.

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