Forschung und Praxis, 25.10.2004

Protektive Wirkung von Perindopril auf Funktion des Gefäßendothels

Ergebnisse der auf dem letzten ESC-Kongreß in Wien vorgestellten EUROPA-Studie belegen, daß eine Behandlung mit dem ACE-Hemmer Perindopril (Coversum®) bei Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung (KHK) Ereignissen wie Herztod und Myokardinfarkt vorbeugt. Im Vergleich zu Placebo wurde die Rate dieser kardiovaskulären Komplikationen signifikant um 20 Prozent gesenkt.

Diese Reduktion ist nach Ansicht der EUROPA-Forscher mit der erzielten Blutdrucksenkung (- 5 / 2 mmHg) durch Perindopril allein nicht zu erklären. In mehreren EUROPA-Substudien wird derzeit untersucht, welche von der Blutdrucksenkung unabhängigen Wirkmechanismen von Perindopril die Progression der KHK günstig beeinflußt haben könnten.

Die von Professor Roberto Ferrari vorgestellte PERTINENT-Studie (Perindopril - Thrombosis, Inflammation, Endothelial Dysfunction, and Neurohormonal Activation) ist eine dieser Substudien. Ihr Ausgangspunkt war die Erkenntnis, daß Thrombose- und Entzündungsmarker ebenso wie Parameter der Endothelfunktion in Beziehung zum kardiovaskulären Risiko stehen.

In PERTINENT sind bei einem kleinen Subkollektiv der EUROPA-Patienten mit sehr aufwendigen Meßverfahren mögliche Veränderungen von zwei Parametern der Endothelfunktion analysiert worden. Untersucht wurde zum einen die Apoptose-Rate von kultivierten Endothelzellen dieser Patienten, zum anderen die Expression und Aktivität des Endothelzell-Enzyms NO-Synthase (eNOS).

Im Vergleich zu gesunden Kontrollen war die Apoptose-Rate bei den EUROPA-Patienten zu Beginn erhöht, die eNOS-Aktivität dagegen erniedrigt - beides Indizien für eine Störung der Endothelfunktion. Nach einjähriger Behandlung mit Perindopril war die Apoptose-Rate signifikant niedriger und die eNOS-Aktivität signifikant höher - beides Indizien für eine Verbesserung der Endothelfunktion.

Bei 1200 EUROPA-Teilnehmern ist als Marker der Endothelzellschädigung, der prognostische Aussagekraft besitzt, auch von Willebrand-Faktor gemessen worden. Dieser Marker war nach einjähriger Perindopril-Therapie ebenfalls signifikant reduziert.

Insgesamt lassen diese Ergebnisse nach Ansicht Ferraris darauf schließen, daß direkte protektive Effekte von Perindopril auf die Gefäßwand und speziell auf die Endothelfunktion zumindest partiell zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse bei KHK in EUROPA beigetragen haben. (ob)

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