Pharmakologe wünscht sich Tests zur Plättchenhemmung

MANNHEIM (wst). Thrombozyten-Aggregationshemmer haben sich zur Sekundärprävention von kardio- wie zerebrovaskulären Ereignissen bewährt. Wünschenswert seien einfache und zuverlässige Labortests, die individuell abschätzen lassen, welche Patienten mit Acetylsalicylsäure (ASS) ausreichend versorgt sind und welche Patienten eine Substanz wie Clopidogrel erhalten sollten.

Veröffentlicht:

Diese Forderung hat der Pharmakologe Professor K. Schrör aus Düsseldorf bei einer Kardiologen-Tagung in Mannheim erhoben.

Wie Schrör zum aktuellen Stellenwert der Antiplättchensubstanzen ausführte, ist ASS nach wie vor Standard und die Referenzsubstanz. In Auswertungen einer größeren Meta-Analyse zur Sekundärprävention bei Patienten nach Schlaganfall oder Herzinfarkt habe sich ein leichter Vorteil von Clopidogrel im Vergleich zu ASS abgezeichnet, wobei vor allem Hochrisikopatienten von der neuen Alternative profitierten.

ASS-Unverträglichkeiten oder eine ASS-Resistenz bei Patienten, die eine Prävention brauchen, sollten eine klare Indikation für Clopidogrel sein. Allerdings ist bislang nicht verbindlich definiert, bei welchen Laborwerten von einer klinisch relevanten ASS-Resistenz auszugehen ist. Dies erklärt wohl auch, warum in der wissenschaftlichen Literatur unterschiedliche Zahlen zur Häufigkeit der ASS-Resistenz genannt werden.

Das Problem eine ungenügenden Ansprechens sei aber nicht auf ASS beschränkt, sagte Schrör. Inzwischen lägen auch Berichte über eine Clopidogrel-Resistenz vor, wobei der Mechanismus ebenso wie bei der ASS-Resistenz noch zu klären sei.

Da ASS und Clopidogrel auf unterschiedlichem Wege die Thrombozyten-Aggregation hemmen, verspricht die Kombination beider Substanzen synergistische Effekte, was in der CURE- und CREDO-Studie vorwiegend für kardiovaskuläre Endpunkte bestätigt wurde, so Schrör.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„Unser ältester Patient ist 86!“

Erwachsen mit Mukoviszidose: Versorgung muss sich anpassen

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Heimkehrer

Dr. Petrakis’ Weg von Kreta an die Saar – und wieder zurück

Lesetipps
Symbol für Augenspülung und Notfall-Augenspülvorrichtung für Chemieunfälle.

© navintar / stock.adobe.com

Neue S1-Leitlinie

Verätzung am Auge: Erst spülen, und dann?

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist