Ärzte Zeitung, 08.03.2005

Statine vor PTCA - das wirkt sich günstig aus

Patienten mit Koronarstenosen haben weitaus weniger Komplikationen als Patienten ohne Lipidsenkertherapie

ORLANDO (ob). Die Lipidsenkung mit Statinen verringert bei KHK Mortalität und Morbidität. Für diesen in Studien dokumentierten Nutzen finden sich auch in der Praxis immer neue Belege. So berichten US-Forscher jetzt, daß Patienten mit Koronarstenosen, die vor einer Aufdehnung der Gefäßverengung ein Statin erhalten hatten, weitaus weniger Komplikationen fürchten mußten als Patienten ohne Statin-Behandlung.

Eine US-Forschergruppe an der Mayo-Klinik in Rochester hat in einer neuen Studie retrospektiv bei 3702 KHK-Patienten mit Hyperlipidämie (Cholesterinspiegel > 240 mg/dl) den klinischen Verlauf nach einer perkutanen Koronarintervention analysiert. Von diesen Patienten hätten die meisten (n = 2052, Gruppe 1) vor dem Kathetereingriff Statine eingenommen, berichtete Dr. Mandeep Singh in Orlando.

Geklärt werden sollte, ob sich diese Vorbehandlung günstig auf die Inzidenz von Komplikationen der Koronarintervention (Tod, Myokardinfarkt, deutliche CK-MB-Erhöhung, Schlaganfall) ausgewirkt hatte. Zum Vergleich wurden die Daten der nicht mit Statinen behandelten Patienten mit Hyperlipidämie (n = 1650, Gruppe 2) sowie Daten von weiteren 726 KHK-Patienten ohne Hyperlipidämie (Gruppe 3) herangezogen.

Obwohl eine stärkere Häufung von Risikofaktoren bei den mit Statinen behandelten Patienten (Gruppe 1) eher eine erhöhte Komplikationsrate hatte erwarten lassen, war die reale Ereignisrate deutlich niedriger als bei Patienten ohne Hypercholesterinämie (Gruppe 3).

Wie Singh berichtete, kam es in Gruppe 1 im Zusammenhang mit dem Kathetereingriff signifikant seltener zu Problemen (Risikoreduktion: 28 Prozent) als in der Gruppe 3. Bei Patienten mit Hypercholesterinämie, aber ohne Statin-Behandlung (Gruppe 2), unterschied sich die Ereignisrate dagegen nicht signifikant von der Rate in Gruppe 3.

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