Ärzte Zeitung, 11.03.2005

US-Kardiologe: Gesunde Lebensweise auf den Stundenplan!

"Mit gesunder Ernährung kann Infarktrate in zehn Jahren um 76 Prozent reduziert werden" / USA: Jedes dritte Kind hat hohe Triglyzerid-Werte

ORLANDO (ner). Angesichts der weltweit dramatisch zunehmenden Fettleibigkeit hat sich der renommierte Kardiologe Professor Valentin Fuster aus New York dafür ausgesprochen, Schulkinder gezielt in gesunder Lebensweise zu unterrichten. Damit könne der zunehmenden Prävalenz kardiovaskulärer und Stoffwechsel-Erkrankungen entgegengewirkt werden.

"In den vergangenen drei Dekaden haben wir die Lebenserwartung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen um sechs Jahre verlängert", sagte Fuster beim Jahreskongreß des American College of Cardiology (ACC) in Orlando, Florida.

Zugleich nehme die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen kontinuierlich zu. Ein Hauptgrund dafür sei die zunehmende Adipositas, sagte der Präsident der World Heart Federation. Fuster verwies auf die USA, wo 30 Prozent der Kinder erhöhte Triglyzerid-Spiegel haben, fünf Prozent bereits einen Diabetes entwickelt und fast zehn Prozent Hypertonie haben.

Daher müsse die Prävention bereits in der Kindheit einsetzen, forderte Fuster bei einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis. Er verwies auf ein Projekt der US-National Health Institutes, in dem Sechs- bis Neunjährige in gesunder Lebensweise unterrichtet werden sollen. Man müsse aber auch in Entwicklungsländern darauf achten, daß in Industrieländern begangene Fehler vermieden werden.

Daß Vorbeugen besser als Heilen ist, hat auch pathophysiologische Gründe. So werden nach Fusters Angaben bei Adipösen Botenstoffe freigesetzt, die im Hypothalamus das Sättigungsgefühl verhindern, so daß trotz ausreichender Nahrungsaufnahme weiter gegessen werden. Wer einmal dick sei, habe es deshalb sehr schwer, wieder abzunehmen.

Fasse man die Ergebnisse mehrerer Ernährungsstudien zusammen, könnte man mit einer gesunden Ernährung die Herzinfarkt-Rate in zehn Jahren um 76 Prozent senken, argumentiert der Kardiologe.

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