"RufAn" - telefonische Anleitung bei Herzinfarkt

GÖTTINGEN (pid). Das bundesweit einmalige Göttinger Projekt "Ruf-An" zur telefonischen Soforthilfe bei Herzinfarkten kommt jetzt auch in anderen Regionen Deutschlands zum Einsatz.

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Seit kurzem arbeitet auch die Rettungsleitstelle in Salzgitter nach dem Göttinger Konzept, das darüber hinaus in Fürstenfeldbruck praktiziert wird. Ziel des wissenschaftlich begleiteten Projekts ist es, medizinische Laien, die Zeugen einer akuten Herzattacke werden, telefonisch in Erster Hilfe zur Herz-Lungen-Wiederbelebung anzuleiten. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen erklären den Anrufern anhand eines vorgegebenen Textes, wie sie Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung vornehmen müssen.

Die Leitstelle in Göttingen praktiziert dies seit 2002. Dort hätten die Mitarbeiter inzwischen bereits über 70mal eine telefonische Anweisung zur Ersten Hilfe bei Herzinfarkt gegeben, sagte Jan Bahr, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI) des Göttinger Universitätsklinikums. Hinzu kämen 130 Einsätze in Fürstenfeldbruck. Auch Ulm und Braunschweig planen eine Beteiligung.

Der telefonische "200-Sekunden-Schnellkurs" dient vor allem dazu, die Zeit bis zum Eintreffen eines Notarztes zu überbrücken. Die Anrufer, die sich per Notruf (112) wegen eines akuten Herzinfarktes melden, werden zunächst nach den Symptomen des Patienten befragt. Dann wird ihnen erklärt, wie sie Puls und Atem kontrollieren sollen.

Schließlich folgen die genauen Anweisungen zur Beatmung und Herzdruckmassage. Dabei können die Anrufer zwischendurch immer wieder den Hörer hinlegen, um sich um den Patienten zu kümmern, ehe sie sich dann weitere Hinweise geben lassen.

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