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Ginkgo-Extrakt wirkt offenbar einer LDL-Oxidation entgegen

HAMBURG (grue). Ein Pflanzenextrakt aus Ginkgo biloba wirkt offenbar der Oxidation von LDL im Blut entgegen und hemmt so die Bildung von atherosklerotischen Plaques. In einem Versuchsmodell war ein präventiver Effekt schon nach zwei Monaten nachweisbar.

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Ob Ginkgo-Extrakt (Rökan®) die Bildung atherosklerotischer Gefäßveränderungen bei kardiovaskulären Risikopatienten vermindern kann, hat Professor Günter Siegel von der Charité in Berlin in einer Pilotstudie untersucht. Neun Patienten mit hochgradigen Koronarveränderungen erhielten nach einer Bypaß-Operation zusätzlich zur Basistherapie mit ASS, ACE-Hemmern und Betablockern für zwei Monate Ginkgo-Extrakt (zweimal 120 mg täglich) oder Placebo.

    Nanoplaques gelten als Vorläufer atherosklerotischer Plaques.
   

Vor und nach der Phyto- oder Placebo-Behandlung wurde das Blut der Patienten in einem patentierten In-vitro-Modell der Atherosklerose untersucht. Dabei reagieren die Blutfette mit aufbereiteten Cholesterin-Rezeptoren unter Zugabe von Kalzium und bilden in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung plaqueähnliche Verbindungen.

Diese als Nanoplaques bezeichneten Strukturen werden mit polarisiertem Laserlicht gemessen. Menge und Größe der Plaque-Vorläufer wurden durch das Pflanzenpräparat signifikant beeinflußt. Das berichtete der Physiologe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Spitzner in Hamburg.

"Verglichen mit dem Befund vor der Behandlung verringerte sich durch die Ginkgo-Therapie die Plaque-Neubildung um zwölf Prozent und die Plaquegröße um 24 Prozent", sagte Siegel. Der Plaque-hemmende Effekt war bei hohen Kalziumkonzentrationen am größten, scheint sich also bei beginnender Atherosklerose am stärksten auszuwirken.

Ginkgo verändert zwar nicht die LDL- und HDL-Spiegel im Blut, verhindert aber die LDL-Oxidation. "Es wirkt selbst als Radikalfänger und erhöht außerdem die Konzentration von Enzymen, die die Bildung freier Radikale unterdrücken", so Siegel. Außerdem wurden bei den mit Ginkgo behandelten Patienten niedrigere Lipoprotein-(a)-Spiegel gemessen, was vermutlich ebenfalls zum Schutz vor Atherosklerose beiträgt.

Schon seit längerem sei bekannt, das Ginkgo-Extrakte auch gefäßerweiternd und damit durchblutungsfördernd wirken. "Die Kombination dieser Wirkeigenschaften macht Ginkgo zu einem interessanten Ansatz in der kardiovaskulären Sekundärprävention", so Siegel. Weil der Pflanzenauszug gut verträglich ist, spreche auch nichts gegen eine langfristige Einnahme.

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