Ärzte Zeitung, 06.09.2005

Perindopril-Therapie punktet bei älteren Infarkt-Patienten

Studie bei Patienten mit zunächst noch normaler linksventrikulärer Funktion / ACE-Hemmer bremst Umbauprozesse im Herzen

STOCKHOLM (otc). Der ACE-Hemmer Perindopril reduziert bei älteren Patienten nach Herzinfarkt und mit erhaltener linksventrikulärer Funktion signifikant das Risiko für Tod, Klinikaufenthalt wegen Herzinsuffizienz und kardiales Remodeling.

Das belegt die PREAMI-Studie (Perindopril Remodeling in Elderly with Acute Myocardial Infarction), die auf dem europäischen Kardiologen-Kongreß in Stockholm vorgestellt wurde. An der doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie nahmen 1252 Patienten im mittleren Alter von 73 Jahren teil. Sie kamen aus 109 Zentren in fünf europäischen Ländern (Italien, Griechenland, Spanien, Rumänien und Ungarn).

Die Patienten (LV-Auswurffraktion mindestens 40 Prozent) erhielten im Mittel elf Tage nach Herzinfarkt nach einer Zufallsverteilung einen Monat lang 4 mg täglich Perindopril (in Deutschland als Coversum® erhältlich) oder Placebo, gefolgt von elf Monaten mit 8 mg täglich Perindopril oder Placebo. Die Studienmedikation wurde zusätzlich zur empfohlenen konventionellen Therapie gegeben, wie Professor Willem J. Remme aus Rotterdam-Rhoon in den Niederlanden bei einer von Servier unterstützten Veranstaltung gesagt hat.

Die Ergebnisse, die der Studienleiter Professor Roberto Ferrari von der Universität Ferrara in Italien vorgestellt hat: Mit Perindopril kam es zu einer hochsignifikanten relativen Risikoreduktion beim primären kombinierten Endpunkt (Tod, Klinikaufenthalt aufgrund von Herzinsuffizienz und kardiales Remodeling) um 38 Prozent.

Dieses Ergebnis wird im wesentlichen dem Effekt von Perindopril auf das kardiale Remodeling zugemessen: Die Ergebnisse echokardiographischer Untersuchungen ergaben unter Perindopril mit 28 Prozent im Vergleich zu Placebo ein signifikant geringeres LV-Remodeling (51 Prozent), definiert als Zunahme des LV-enddiastolischen Volumens um mindestens acht Prozent. Die Studienmedikation wurde gut vertragen. Bei 1,6 Prozent der Patienten kam es zu Husten.

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