Ärzte Zeitung, 04.11.2005

Präparat mit Omega-3-Fettsäuren zur Prävention

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt / Protektiver Effekt von Omega-3-Säurenethylester 90 in der GISSI-Studie belegt

FRANKFURT AM MAIN (ner). Omega-3-Fettsäuren sollten einen höheren Stellenwert in der Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt einnehmen als bisher, empfiehlt der Gießener Kardiologe Professor Dietrich Strödter.

Wie er erinnert hat, ist der protektive Effekt von Omega-3-Säurenethylester 90 in der GISSI-Präventionsstudie mit insgesamt 11 324 Patienten nach Myokardinfarkt nachgewiesen worden.

Davon hatte die Hälfte zusätzlich zur Standardtherapie dreieinhalb Jahre lang 1 g hochgereinigte Omega-3-Säurenethylester 90 erhalten, die anderen Patienten bildeten die Kontrollgruppe. Im Vergleich zur Kontrollgruppe erlitten 15 Prozent weniger Patienten einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder starben, wenn sie das Omega-3-Säure-Präparat eingenommen hatten.

Die Gesamtsterberate war um 20 Prozent vermindert, die kardiovaskuläre Sterberate um 30 Prozent niedriger als bei den Patienten der Kontrollgruppe. Dies werde vor allem auf antifibrillatorische Effekte zurückgeführt, sagte Strödter.

Aufgrund der Datenlage müßten Omega-3-Fettsäuren stärker als bisher in die Behandlung zur Sekundärprävention eingebunden werden, so Strödter bei der Einführungspressekonferenz des Herstellerunternehmens Trommsdorff in Frankfurt am Main.

Dafür steht seit kurzem ein neues Präparat zur Verfügung, das Omega-3-Fettsäuren in hochkonzentrierter Form enthält. Wie bereits kurz berichtet, ist Zodin® zur Behandlung nach Myokardinfarkt sowie bei Hypertriglyceridämie zugelassen worden.

Zur Sekundärprophylaxe nach Myokardinfarkt wird täglich eine Kapsel empfohlen. Bei Hypertriglyceridämie kann die Dosis auf bis zu vier Kapseln pro Tag erhöht werden. Das verschreibungspflichtige Präparat enthält zu 84 Prozent langkettige Omega-3-Fettsäuren als Ethylester.

Natives Fischöl besteht dagegen zu 20 bis 30 Prozent aus Omega-3-Fettsäuren, wie der Fettstoffwechsel-Experte Professor Werner O. Richter aus Windach sagte. Deshalb müßten relativ große Mengen Fischöl aufgenommen werden, um auf eine angemessene Omega-3-Fettsäure-Zufuhr zu kommen, so Richter.

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