Infarktgefährdete - da müssen Hausärzte am Ball bleibem

BERLIN (sko). Patienten mit akutem Koronarsyndrom warten immer noch zu lange, bis sie nach Einsetzen der Symptome den Notarzt verständigen. Ein Grund dafür ist die mangelnde Aufklärung der Bevölkerung über die typischen Symptome. Hier sind die Hausärzte gefragt: "Im Bereich Aufklärung haben wir noch viel zu tun", meint Dr. Klaus-Gerrit Gerdts, Allgemeinmediziner aus Cuxhaven.

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Rechtzeitig die richtigen Patienten richtig versorgt in die richtige Klinik - dies sind nach Gerdts Angaben die Anforderungen an Notärzte im Rettungsdienst bei der Versorgung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom.

Zum Punkt rechtzeitig sagte der leitende Notarzt im Landkreis Cuxhaven: "Wir selbst fahren schnell genug, wir müssen nur rechtzeitig gerufen werden." Seiner Meinung nach müsse nicht daran gearbeitet werden, bei der Anfahrt zwei Minuten Zeit zu sparen, nachdem ein Patient 60 Minuten vergeudet hat.

"Unsere Möglichkeiten werden entwertet, wenn die Patienten so lange warten", sagte Gerdts bei einer Fortbildungsveranstaltung der Bundesärztekammer in Berlin.

Er verwies auf eine Untersuchung von Professor Jochen Senges vom Klinikum Ludwigshafen mit 30 000 Patienten, nach der bei Herzpatienten die Zeit vom Schmerzbeginn bis zum Eintreffen in der Klinik in den vergangenen Jahren noch zugenommen habe: 1996 betrug die Prähospitalzeit noch 166 Minuten, 2003 schon 225 Minuten.

Daß die Aufklärung über die typischen Symptome bei Herzinfarkt besonders in den Medien stattfinde, hält Professor Thomas Lichte, Allgemeinmediziner aus Lauenbrück, nicht für optimal: "Ich bezweifle, daß dadurch die richtigen Patienten erreicht werden", sagte Lichte. Statt dessen kämen verängstigte Patienten ohne erhöhtes Risiko in die Praxen.

Wann rufen die Patienten den Notarzt? "Meist veranlassen Schweißausbruch und Angst die Patienten zum Notruf. Schmerzen werden lange ertragen", berichtete Lichte. Außerdem herrsche oft eine falsche Vorstellung von den Symptomen.

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