Ärzte Zeitung, 25.01.2006

Enzym-Hemmer stoppt nicht Atherosklerose

DALLAS (ner). Hoffnungen, mit einem Enzymhemmer bei Patienten mit koronarer Atherosklerose den Krankheitsprozeß stoppen oder gar umkehren zu können, haben sich zerschlagen. Nach 18monatiger Behandlung mit einem ACAT-Hemmer schrumpften die Atherome in der Placebo-Gruppe stärker als in der Verum-Gruppe.

Das Enzym ACAT (Acyl-Coenzym-A-Cholesterintransferase) verestert Cholesterin. In Tierversuchen konnte mit der Substanz das Fortschreiten der Atherosklerose verlangsamt, gestoppt oder der Prozeß sogar umgekehrt werden. Daran erinnerte Professor Steven E. Nissen aus Cleveland in Ohio beim Kongreß der American Heart Association in Dallas.

408 Patienten mit angiographisch gesicherter Koronarsklerose wurden in der ACTIVATE-Studie randomisiert mit einem ACAT-Hemmer (Pactimibe) oder Placebo behandelt. Zuvor war per intravaskulären Ultraschall die Größe der Atherome gemessen worden. Diese Untersuchung wurde nach 18 Monaten wiederholt.

Das Atherom-Volumen hatte prozentual in beiden Gruppen ähnlich schnell und im Vergleich zum Ausgangswert signifikant zugenommen. Messungen der Atheromdicke ergaben eine signifikante Abnahme unter Placebo, aber nicht unter Verum. Nissen führte die Effekte in der Placebo-Gruppe auf die gute sekundärpräventive Medikation der Studienteilnehmer zurück, besonders mit Statinen.

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