Ärzte Zeitung, 12.01.2007

KOMMENTAR

Gute Argumente für Statin-Therapie

Von Thomas Müller

Herzpatienten, die ihre Statine nicht regelmäßig einnehmen, müssen damit rechnen, dass sie vorzeitig sterben. Dieses Ergebnis einer US-Analyse ist ein schönes Beispiel dafür, welche Bedeutung Daten klinischer Studien in der Praxis tatsächlich haben können. Denn bei Infarkt-Patienten, die nur unregelmäßig ihre Statine einnahmen, war die Sterberate in zweieinhalb Jahren um etwa ein Drittel höher als bei Patienten mit konsequenter Statin-Therapie. Das entspricht ziemlich genau dem Unterschied zwischen Placebo- und Statin-Therapie in großen klinischen Studien.

Damit gibt es ein weiteres Argument, um Patienten von der Bedeutung der Statin-Therapie zu überzeugen: Jetzt lässt sich eindeutig sagen, dass eine Tablette jeden zweiten Tag eben nicht ausreicht, um die Patienten vor einem vorzeitigen Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bewahren.

Von dieser Erkenntnis müssen aber nicht nur die Patienten überzeugt werden, sondern auch deren Angehörige. Denn offenbar ist nach den Daten der US-Analyse die Compliance vor allem bei denjenigen Herzpatienten schlecht, die aufgrund von psychischen Störungen oder einer kognitiven Beeinträchtigung nicht mehr selbst in der Lage sind, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen. Die Alarmglocken sollten also spätestens dann klingeln, wenn die verschriebene Monatspackung mit Statinen plötzlich zwei Monate lang hält.

Lesen Sie dazu:
Schlechte Statin-Compliance verkürzt das Leben

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »