Ärzte Zeitung, 24.01.2007

KHK-Patienten nützt Therapie gegen Depression

MONTREAL (mut). KHK-Patienten mit Depression haben eine besonders schlechte Prognose - ihre kardial bedinge Sterblichkeit ist sehr hoch. In einer Studie ließen sich bei solchen Patienten die Depressionssymptome mit einem Antidepressivum deutlich lindern, nicht aber mit einer Psychotherapie.

In der Studie behandelten kanadische Ärzte insgesamt 284 KHK-Patienten, die mittelschwer bis schwer depressiv waren. Sie erhielten entweder eine Therapie mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Citalopram oder Placebo.

Eine zweite Gruppe wurde entweder nur regelmäßig beraten, also über Depression informiert, und sie wurde gebeten, die verschriebenen Herz-Medikamente zu verwenden, oder sie erhielt eine interpersonelle Psychotherapie. Bei dieser Form der Psychotherapie steht die Verarbeitung persönlicher Konflikte, größerer Veränderungen im Leben, Trauer und sozialer Isolation im Vordergrund.

Die Ergebnisse nach zwölf Wochen Therapie: Mit Citalopram sprachen 53 Prozent der Patienten an (definiert als 50-prozentige Reduktion des Wertes auf der Hamilton-Depressionsskala), mit Placebo nur 40 Prozent. Der Unterschied war signifikant. Zur Remission kam es mit Citalopram bei 36, mit Placebo bei 23 Prozent.

Dagegen hatte die Psychotherapie keinen Vorteil im Vergleich zur allgemeinen Beratung: Mit der Therapie sprachen 43 Prozent, mit der Beratung 50 Prozent an. Bei 28 Prozent der Patienten mit Psychotherapie kam es zur Remission, 30 Prozent waren es mit Beratung (JAMA 296, 2007, 367).

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Bei KHK nicht nur ans Herz denken!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »